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Einigung per Post: Stevenson und Haney wollen bei 144 Pfund boxen

Dennis Buchbauer
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Manchmal entstehen die größten Kämpfe nicht am Verhandlungstisch, sondern in einem öffentlichen Schlagabtausch auf Social Media. Genau das ist am Dienstag passiert: Shakur Stevenson und Devin Haney haben sich vor aller Augen auf ein Catchweight-Limit von 144 Pfund verständigt – rund 65,3 Kilogramm, also exakt zwischen ihren beiden Gewichtsklassen.

Stevenson, Champion im Halbweltergewicht bei 140 Pfund, hatte die Zahl als fair für zwei Weltmeister aus zwei verschiedenen Klassen bezeichnet. Haney, WBO-Titelträger im Weltergewicht bei 147 Pfund, fragte daraufhin nach, ob es bei 144 Pfund tatsächlich einen Kampf gebe. Stevensons Antwort war ein schlichtes Ja. Das klingt nach Durchbruch – ist aber noch lange keiner.

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Zwei Weltmeister, die sich öffentlich auf ein Gewicht einigen, sind ein starkes Signal. Ein Kampfvertrag ist es trotzdem nicht – im Boxen entscheidet nicht der Post, sondern die Unterschrift.

Sportwettenexperte & Autor
Dennis Buchbauer

Der Streit ums Gewicht war der eigentliche Knackpunkt

Dass es zwischen Stevenson und Haney überhaupt so weit kommen musste, liegt an der Vorgeschichte. Beide sind seit Monaten im Dauerclinch, beide werfen sich gegenseitig vor, dem Duell auszuweichen. Der Streitpunkt war dabei fast immer das Gewicht: Haney hat sich in den vergangenen Jahren nach oben gearbeitet und trägt inzwischen einen Weltergewichtsgürtel, während Stevenson eine Klasse tiefer regiert und wenig Lust hatte, seinen körperlichen Vorteil komplett aufzugeben.

144 Pfund sind der klassische Kompromiss – ein Catchweight, bei dem keiner der beiden sein gewohntes Programm fahren kann. Für Haney bedeutet es, drei Pfund unter seinem aktuellen Limit zu bleiben. Für Stevenson heißt es, vier Pfund über seiner Klasse anzutreten und damit gegen einen Gegner zu boxen, der am Kampfabend nach dem Rehydrieren mit ziemlicher Sicherheit trotzdem der schwerere Mann sein wird. Genau darum wurde monatelang gefeilscht.

Warum das noch kein Kampfvertrag ist

Eine Einigung über das Gewicht ist im Boxgeschäft ungefähr das, was in einem Transfer die Einigung über die Ablösesumme ist: notwendig, aber nicht hinreichend. Es fehlen die wirklich harten Punkte – Börsenaufteilung, Termin, Austragungsort, Fernseh- und Streamingrechte. Und gerade der letzte Punkt ist im aktuellen Boxjahr komplizierter denn je, weil sich die Landschaft rund um die neuen Promoter- und Broadcaster-Konstellationen gerade komplett neu sortiert.

Dazu kommt ein handfestes sportpolitisches Hindernis: Haney hat auf der Weltergewichtsseite Verpflichtungen gegenüber seinem Verband, und ein Pflichtduell hat Vorrang vor jedem noch so attraktiven Prestigekampf. Solange diese Frage nicht geklärt ist, bleibt die 144-Pfund-Einigung eine Absichtserklärung. Im Boxen sind schon deutlich konkretere Deals in letzter Sekunde geplatzt.

Wettblick: Was der Markt jetzt macht

Für Wettende ist die Lage in dieser Phase besonders reizvoll und besonders riskant zugleich. Reizvoll, weil Buchmacher bei Kämpfen, die noch nicht offiziell fixiert sind, oft früh Quoten stellen und diese im Laufe der Verhandlungen deutlich bewegen. Riskant, weil ein geplatzter Kampf sämtliche Wetten wertlos macht beziehungsweise annulliert – wer hier einsteigt, sollte die Regeln des jeweiligen Anbieters zur Kampfabsage genau kennen.

Sportlich wäre das Duell eine der spannendsten Stilfragen des Jahres. Stevenson ist der technisch versiertere Boxer mit der besseren Beinarbeit und einer Defensive, die Gegner regelmäßig zur Verzweiflung treibt. Haney bringt Reichweite, Erfahrung auf höchstem Niveau und in diesem Fall den physischen Vorteil mit. Kämpfe dieser Machart gehen selten vorzeitig zu Ende – die Distanzwette dürfte entsprechend niedrig quotiert in den Markt gehen, während Punktsieg-Wetten auf beiden Seiten den interessanteren Wert bieten.

Bleibt die Frage, ob aus dem Wortgefecht ein Kampfabend wird. Beide sind erst Mitte zwanzig beziehungsweise Ende zwanzig, beide haben noch Jahre vor sich, und beide wissen, dass dieses Duell zu den wenigen im amerikanischen Boxen gehört, die sich von selbst verkaufen. Der öffentliche Handschlag über 144 Pfund ist der erste echte Schritt seit Monaten. Der zweite muss von den Promotern kommen.

Dennis Buchbauer

Hi, ich bin Dennis – Experte für Predictive Analytics und Sportwetten. Seit über 10 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und der Frage, wie sich Daten in fundierte Vorhersagen verwandeln lassen. Auf Wette.de bin ich für die Testberichte sowie die Sportwetten-Strategien zuständig. Jeden Wettanbieter teste ich aus echter Spielersicht – ich schaue mir nicht nur die Webseite an, sondern wette tatsächlich selbst. Mein Hintergrund in Consumer Behavior Prediction und Event Forecasting fließt dabei direkt in meine Analysen und Wetttipps ein.