Zwei Jahre lang wurde über Eberl geredet, statt mit ihm zu planen. Jetzt hat der Aufsichtsrat den Streit beendet – und Kompany bekommt endlich einen Vorgesetzten, der genauso lange plant wie er selbst.

Aufsichtsrat macht Nägel mit Köpfen – Eberl und Dreesen bis 2029
Das neunköpfige Gremium um Präsident und Aufsichtsratschef Herbert Hainer entschied am Dienstag in seiner turnusmäßigen Sitzung. Am Abend bestätigte der Klub beide Verlängerungen. Beide Kontrakte wären erst im Sommer 2027 ausgelaufen – Eile war also keine, Ruhe schon.
Eberl, 52, verantwortet die sportlichen Geschicke seit dem 1. März 2024. Vorher Mönchengladbach, dann Leipzig, dazwischen eine Jugend im Bayern-Nachwuchs. Dreesen, 58, sitzt seit 2023 im Chefsessel. Zusammen mit Marketingvorstand Rouven Kasper bilden sie ein Trio, das Hainer laut Vereinsmitteilung “hervorragend aufgestellt” sieht. Kontinuität sorge für Orientierung, Stabilität verschaffe Stärke, ließ er sich zitieren.
Eberl selbst sprach von einem “wertvollen Zeichen” des Aufsichtsrats. Dreesen fasste sich kürzer: “Wir haben noch viel vor.”
Von Hoeneß’ Zweifeln zur perfekten Transferperiode
Ein Selbstläufer war das nicht. Ausgerechnet am Tag des Pokalfinals im Mai zitierte der “Spiegel” Ehrenpräsident Uli Hoeneß mit einer Verlängerungs-Tendenz von 60 zu 40. Dazu der Satz: “Da sind noch Zweifel.” Öffentlicher kann man einen Sportvorstand kaum in die Auslage stellen.
Drei Monate später entschuldigte sich Hoeneß laut dpa für die Wortwahl und bezifferte die Chancen auf 100 Prozent. Dazwischen lag eine Transferperiode, die er selbst als perfekt bezeichnete: Nathaniel Brown kam für rund 50 Millionen Euro aus Frankfurt, Ismael Saibari für eine ähnliche Summe von der PSV. Vorher hatten schon Michael Olise und Luis Díaz eingeschlagen. Wer liefert, muss weniger diskutieren.
Bemerkenswert ist die Symmetrie: Auch Trainer Vincent Kompany ist bis 2029 gebunden. Sportliche und wirtschaftliche Führung laufen jetzt im selben Takt – eine Konstellation, die es an der Säbener Straße lange nicht gab.
Der Rest der Agenda wartet trotzdem. Ganz oben steht laut dpa die kostspielige Verlängerung von Torjäger Harry Kane, der zuletzt selbst durchblicken ließ, dass er sich nicht drängen lässt. Und sportlich? Der Supercup ist mit dem 2:1 in Dortmund schon eingetütet. Am Freitag um 20:30 Uhr eröffnet der Meister gegen den VfB Stuttgart die Bundesliga-Saison 2026/27 in der Allianz Arena. Führungsetage geklärt, Ball rollt wieder.