Donnerstagabend, Anpfiff zur fünften Ausgabe der Nations League: Was viele lange als Nebenwettbewerb abtaten, entscheidet inzwischen über echte Turnierteilnahmen. Bestes Beispiel aus der laufenden WM-Saison: Schweden holte in sechs WM-Qualifikationsspielen gerade einmal zwei Punkte – und stand am Ende trotzdem in den USA, Kanada und Mexiko am Ball, weil das Abschneiden in der Nations League ein Hintertürchen öffnete.
Genau dieser Mechanismus wirkt nun auch auf dem Weg zur EM 2028 in Großbritannien, wie kicker berichtet. Die Platzierung in der laufenden Nations-League-Saison kann darüber entscheiden, wer im Notfall über die Playoffs noch ins Turnier rutscht – und beeinflusst zugleich die Setzliste für die reguläre Qualifikation.
| Faktor | Bedeutung für EM 2028 |
|---|---|
| EM-Qualifikation | Läuft noch im klassischen Gruppensystem |
| Gruppensieger Liga A, B, C | Möglicher Playoff-Zugang unter Bedingungen |
| Deutschland | Nations-League-Liga A, Gruppe 2 |
| Mitte November 2026 | Zwischentabelle bestimmt Playoff-Setzliste |
| EM-Qualifikations-Playoffs | Vier verbleibende Gruppenzweite nehmen teil |
Der Mechanismus im Detail
Grundsätzlich gilt laut kicker: Die Gruppensieger der Ligen A, B und C erhalten einen möglichen Zugang zu den EM-Qualifikations-Playoffs – kein automatisches Ticket. Voraussetzung ist, dass sich das jeweilige Team weder direkt für die EM qualifiziert noch bereits über die reguläre Qualifikation einen Playoff-Platz gesichert hat, und dass überhaupt noch genügend Playoff-Plätze verfügbar sind.
Maßgeblich ist die Nations-League-Zwischentabelle nach Abschluss der Liga-Phase Mitte November 2026. Sie bestimmt zusammen mit der Platzierung in der regulären EM-Qualifikation die Setzliste für die Playoff-Auslosung. Die vier verbleibenden Gruppenzweiten der EM-Qualifikation nehmen ohnehin an den Playoffs teil, ergänzt werden sie durch die bestplatzierten, noch nicht qualifizierten Gruppensieger aus Liga A, B und C – unter bestimmten Voraussetzungen kann sogar ein Gruppensieger aus Liga D nachrücken.
Wie viele Nations-League-Sieger am Ende tatsächlich gebraucht werden, hängt von den vier EM-2028-Gastgebern ab: Zwei Playoff-Plätze sind für sie reserviert. Verpassen drei oder alle vier Gastgeber die Playoffs auf regulärem Weg, gehen diese Plätze an die zwei in der EM-Qualifikation bestplatzierten Gastgeber. Für den DFB, der in Liga A, Gruppe 2 antritt, ist das mehr als graue Theorie – die Kaderplanung für die Nations League bekommt dadurch strategisches Gewicht, ähnlich wie bei Debütanten auf der Bank anderer Verbände, siehe die jüngsten Trainerentscheidungen in den Niederlanden.
Zeitstrahl bis zu den Playoffs
Der Fahrplan: Donnerstag startet die neue Nations-League-Saison. Mitte November 2026 endet die Liga-Phase, die Zwischentabelle steht fest und liefert die Grundlage für die spätere Playoff-Setzliste. Danach läuft die reguläre EM-Qualifikation, aus der sich die vier verbleibenden Gruppenzweiten für die Playoffs ergeben – der genaue Playoff-Termin ist in der Primärquelle nicht spezifiziert.
Was für die Wettmärkte zählt
Für Wettinteressierte lohnt sich der Blick auf die Nations-League-Tabellen schon jetzt, nicht erst im Frühjahr 2028. Wer in Liga B oder C Gruppensieger wird, sichert sich zumindest die Chance auf ein Hintertürchen – ein Faktor, der sich in Nebenmärkten wie „Qualifikation via Playoffs“ niederschlagen kann, sobald Buchmacher entsprechende Notierungen aufmachen. Wie eng es in den einzelnen Gruppen zugeht, zeigte zuletzt die Partie zwischen Serbien und Griechenland, in der Vangelis Pavlidis traf – genau solche Ergebnisse entscheiden am Ende über Zwischentabellenplätze und damit über Setzlisten.
Einschätzung von Dennis Buchbauer: Die neue Playoff-Logik macht aus jedem Nations-League-Spiel ein Spiel mit Zusatznutzen. Wer die Gruppenphase im November oben abschließt, kauft sich eine Versicherung für den Fall, dass die reguläre EM-Quali schiefgeht – für Wettinteressierte heißt das: Die Gruppensiege in Liga B und C jetzt schon im Blick behalten, nicht erst im Frühjahr 2027.