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Wetten auf die Bundestagswahl 2017

Vor der Bundestagswahl: Lohnt sich eine Wette?

Am Sonntag dieser Woche, den 24. September 2017, sind alle wahlberechtigten Bürger in Deutschland dazu aufgerufen, einen neuen deutschen Bundestag zu wählen. Dieser wird anschließend darüber entscheiden, wer das Land als Bundeskanzler die nächsten vier Jahre leiten wird. Seit der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 ist das politische Klima in Deutschland sehr aufgeheizt, was laut allen Prognosen dazu führen wird, dass wir es in der kommenden Legislaturperiode mit sechs statt der jetzt vier Parteien im Parlament zu tun haben werden. Das wiederum wird sich auf die Regierungsbildung auswirken: Behalten wir eine große Koalition aus SPD und CDU/CSU oder wird die Union einen anderen Weg einschlagen, wohlmöglich mit den Grünen und der FDP? Das ist nicht nur für den Wähler spannend, sondern auch für die Wettfreunde. Denn viele Buchmacher und Wettanbieter haben inzwischen mit Politikwetten eine geeignete Kategorie im Angebot. Wir wollen mit einigen Informationen mithelfen, aufzuklären.

Wette: Ein Neuling kommt in das Parlament

Ein wesentlicher Punkt für Wetten auf die Bundestagswahl 2017 ist, dass sich mit der „Alternative für Deutschland“ (AfD) eine neue Fraktion den Zutritt zum Parlament erstreiten wird. Denn durch die bereits angesprochene klimatische Änderung in der deutschen Politik und auch beim deutschen Bürger haben rechtsextreme und populistische Kräfte viel Zulauf. Manche Prognose geht sogar davon aus, dass die AfD dieses Mal mit 12 Prozent der Stimmen die drittstärkste Kraft im Parlament werden könnte. Allerdings hat Favorit CDU bereits jegliche Zusammenarbeit mit dieser wohl neuen Fraktion ausgeschlossen, ebenso alle anderen Parteien. Somit ist eine Regierungsbeteiligung wohl nicht besonders wahrscheinlich. Das sollte bei jeder Wette eine Rolle spielen. Denn wer mit einer positiven Koalitionsaussage zugunsten der AfD die Wähler verprellt, verspielt wohl auch noch den letzten Bonus.

Wetten: Eine Altbekannte zieht wieder ins Parlament ein

Und noch eine andere Fraktion spielt eine wesentliche Rolle in den Überlegungen der Wettanbieter: Die FDP wird nach jahrelanger Abstinenz wohl wieder ins deutsche Parlament zurückkehren. Und damit eine weitere Option für die derzeit regierende Bundeskanzlerin Angela Merkel, denn aus politischer Sicht stehen die Freien Demokraten der CDU wesentlich näher als die Sozialdemokraten. Eine Koalition zwischen Schwarz und Gelb ist aber nach Ansicht vieler Experten kaum regierungsfähig. In Schleswig-Holstein wurde jüngst eine sogenannte Jamaika-Koalition ins Leben gerufen – ein Vorbild auch für den Bund? Für eine Wette bei einem Buchmacher ergeben sich schon alleine aus den beiden oben geschilderten Gesichtspunkten zwei Möglichkeiten:

  • Die AfD wird die 5-Prozenthürde knacken
  • Die FDP wird in den Bundestag zurückkehren

Die Quote für beide Thesen bewegt sich wegen der hohen Wahrscheinlichkeit jedoch in Höhen, die für uns kaum von Interesse sein dürften. Was ebenfalls als sehr sinnfrei erachtet werden kann ist eine Wette darauf, dass sich eine siebte Fraktion im Bundestag breitmachen kann. Denn alle übrigen Parteien kommen insgesamt auf zusammen gerade einmal 4 Prozent. Da aber die 5-Prozent-Hürde überschritten werden muss, bleibt es wohl ein unrealistisches Szenario.

Zur Information: Die Ergebnisse der Wahl 2013

Bevor wir eine Wette auf die aktuell bevorstehende Wahl platzieren, sollten wir natürlich auf die historischen Ergebnisse schauen, zumindest auf die Wahl 2013. Es schafften damals nur vier Fraktionen ins Parlament: Die CDU/CSU erreichte insgesamt 41,5 Prozent der Stimmen, verfolgt von der SPD mit 25,7 Prozent. Drittstärkste Kraft wurde Die Linke mit 8,6 Prozent, knapp dahinter kamen die Grünen mit 8,4 Prozent der Stimmen. Sowohl die FDP als auch die AfD verpassten den Einzug in den Bundestag mit jeweils knapp unter 5 Prozent der Stimmen. Nach der Wahl bildeten die SPD und die CDU/CSU eine große Koalition und Angela Merkel wurde im Amt der Bundeskanzlerin bestätigt.

Zur Information: So sieht die aktuelle Umfrage zur Bundestagswahl aus

Und noch etwas dürfte sehr interessant sein: Die aktuelle Prognose beziehungsweise Umfrage der Meinungsforschungsinstitute. Ein Institut, das oft als Quelle für solche Informationen herangezogen wird, ist infratest dimap. Bei der sogenannten Sonntagsfrage werden etwa 1000 Bürger stichprobenartig befragt. Derzeit käme die CDU/CSU dabei auf ein Ergebnis von 37 Prozent, die SPD bekäme 21 Prozent. Die Linke wäre mit 10 Prozent sicher im Bundestag, die AfD mit 11 Prozent allerdings ebenfalls, gefolgt von der FDP mit 9 und den Grünen mit 8 Prozent. Für die Regierungsbildung bedeutet dies eine schwierige Verhandlungszeit nach dem Wahlabend. Nur zwei Anwärter haben einen Kanzlerkandidaten aufgestellt: Für die CDU kandidiert wieder Angela Merkel, die SPD hat Martin Schulz ins Rennen geschickt.

Wetten: So könnten die Koalitionen nach der Wahl aussehen

Die Mehrheitsverhältnisse ändern sich also, woraus sich einige spannende Szenarien für die Bildung einer neuen Regierung ergeben. Klar ist: Nur mit einer absoluten Mehrheit kann eine Regierung gestellt werden, also müssen die Fraktionen zusammenarbeiten, um eine solcher Mehrheit hinzubekommen. Einige Konstellationen schließen sich bereits durch viel zu unterschiedliche politische Auffassungen aus, andere wiederum könnten funktionieren. Wenn wir die Umfrage zu Rate ziehen, dann könnte die jetzige Regierung einfach weiterregieren. Das ist aber nicht von allen gewollt, so dass auch anderen Optionen in Betracht gezogen werden sollten. Wer eine entsprechende Wette bei einem Wettanbieter platzieren möchte, der sollte sich mit folgenden Fällen näher beschäftigen:

  • Eine Koalition aus CDU/CSU, Grüne und FDP
  • Eine Koalition aus CDU/CSU, FDP und AfD
  • Eine Koalition aus SPD, Linke, Grüne und FDP
  • Eine Koalition aus SPD, Linke, Grüne und AfD
  • Eine Koalition aus SPD, Linke, AfD und Grüne
  • Eine Koalition aus SPD, AfD, Grüne und FDP

Da aber alle Parteien die Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen haben, entfallen entsprechende Möglichkeiten. Ebenfalls unwahrscheinlich ist eine Koalition, in der die Linke und die FDP gemeinsam eine Regierung bilden – zu unterschiedlich sind die politischen Auffassungen der Kontrahenten. Damit bleibt nur die große Koalition oder die Jamaika Koaltion übrig – alles andere ist rechnerisch, zumindest laut der Umfrage, nicht machbar.

Wichtig: Politikwetten ohne Emotinalität

Wer einen Unterschied zwischen Sportwetten und Politikwetten sucht, der findet ganz schnell einen. Denn beim Sport ist es das Spiel, das im Vordergrund steht, nicht so in der Politik. Denn der Ausgang der Wahl beeinflusst direkt und indirekt unser Leben, Gesetze werden geändert oder erneuert, was unmittelbar auf uns auswirken wird. Auch polarisierende Themen, wie die Flüchtlingspolitik, können es durch den Einzug der AfD ins Parlament öfter auf die Tagesordnung schaffen, als uns vielleicht leib ist – auch im Freundes- und Bekanntenkreis. Daher ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass wir, bevor wir uns mit einer Wette auf ein politisches Ereignis beschäftigen, vorher alle Gefühle über Bord werfen. Sicher, das gilt für einen Profi auch bei Sportwetten, doch im Falle der Politik erscheint dieses Problem drängender zu sein.

Wetten auf die Spitzenkandidaten der einzelnen Parteien

Natürlich kennen auch die Buchmacher und Wettanbieter die Prognosen und Umfragewerte ihrer Kandidaten. Der Favorit für die Kanzlerschaft ist nach wie vor Angela Merkel, auch wenn es mit Martin Schulz kurzzeitig mal so aussah, als könne er seiner Widersacherin das Wasser reichen. Die Quote für die Wiederwahl von Merkel liegt im Durchschnitt bei 1,07, die Möglichkeit, dass Schulz sie aus dem Amt drängen könnte, ist daher sehr gering. Ebenso verhält es sich für Wetter mit der Chance auf einen großen Gewinn. Hierfür wird eine Quote von 5,50 ausgerufen. Was die anderen Spitzenkandidaten angeht, so liegen die Quoten natürlich entsprechend höher. Diese Männer und Frauen stehen bei den anderen Parteien als Spitzenkandidaten in den Startlöchern:

  • AfD: Alice Weidel
  • Die Grünen: Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt
  • FDP: Patrick Lindner
  • Die Linke: Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch
  • Die Partei: Serdar Sumuncu

Viele Anbieter haben daher auch noch andere Optionen im Angebot: So können, ähnlich wie bei „über/unter“ Wetten im Fußball, auf die Prozentzahl gesetzt werden. „weniger als 7,5 Prozent“ oder „mehr als 36,5 Prozent“ etc. sind legitime Fragestellungen für die diesjährige Wahl.

Der richtige Zeitpunkt der Wette könnte entscheidend sein

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt, um einen Einsatz auf die Bundestagswahl zu riskieren, kann entscheidend sein. Sollen wir lieber möglichst früh oder möglichst späte eine Wette platzieren? Grundsätzlich gilt: Je später wir die Wette setzen, desto wahrscheinlicher wird es, dass wir mit unserer Vermutung richtigliegen. Aber: Je früher wir das tun, desto höher wird unsere Gewinnquote ausfallen. Das liegt daran, dass es viele Ereignisse gibt, die den Ausgang der Wahl auch kurz vor dem Wahlabend noch beeinflussen können. Das haben wir zum Beispiel bei der Reaktorkatastrophe von Fukushima deutlich sehen können: Als das passierte, stiegen die Umfragewerte der Grünen massiv an, so dass sich die Regierung genötigt sah, aus der Atomenergie auszusteigen. Und auch in unserer Gegenwart gibt es viele Möglichkeiten, die Wahl am Ende noch zu beeinflussen:

  • Es gibt einen Terroranschlag in Deutschland
  • Das Verhältnis zu Russland verbessert/verschlechtert sich
  • Es gibt Krieg mit Nordkorea
  • Die Flüchtlingskrise verschärft sich wieder
  • Die Türkei wird unberechenbarer

Das sind nur einige wenige Beispiele.

Wichtig: Informationsbeschaffung ist das Wichtigste vor einer Wette

Die Politikwetten sind auch nichts anderes als eine große Lotterie. Bei Sportwetten können wir uns durch Fachwissen einen gewissen Vorteil verschaffen, was in der Politik und speziell bei Wahlen nicht immer funktioniert. Zwei Beispiele sollten das verdeutlichen: Da wäre zum Einen die Abstimmung in Großbritannien zum Austritt aus der Europäischen Union. Alle Vorhersagen und Prognosen sagten aus, dass sich die Bürger für einen Verbleib in der EU entscheiden würden. Das Ergebnis kennen wir. Und auch bei der Präsidentschaftswahl in den USA lief es so: Niemand rechnete ernsthaft damit, dass Donald Trump die Wahl gewinnen würde, am Ende aber lief es genau so. Wer aber Erfahrung mit dem Wahlkampf in Deutschland und Europa hat und zudem dem Bild der Meinungsforscher vertraut, für den dürfte Merkel als nächste Bundeskanzlerin schon feststehen. Allein schon ihre Erfahrung im Wahlkampf und als Bundeskanzler, gepaart mit der Einschätzung der Meinungsforscher, sollten jeden Einsatz auf SPD Kandidat Schulz als nächsten Bundeskanzler im September 2017 fragwürdig erscheinen lassen. Denn Europa ist nicht die USA, Sensationen a la Trump sind hier doch eher unwahrscheinlich.

Wettbonus für Bundestagswahl Wetten 2017?

Viele Wettfreunde machen sich vor einer Wette auf die Bundestagswahl auf die Suche nach Bonus Angeboten bei ihren Wettanbietern. Doch damit werden wir nur sehr selten Glück haben. Zu Ernst ist der gesamte Hintergrund dieses Ereignisses, kein Buchmacher würde ein buntes Angebot raushauen, das einen Bonus auf das eine oder andere Ergebnis verspricht. Damit würde sich der Anbieter außerdem angreifbar und auch unglaubwürdig machen.

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