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Wie verdient ein Sportwetten Anbieter sein Geld?

Die meisten, die sich für das Wetten auf aktuelle Sportereignisse interessieren, nutzen ihr Bauchgefühl, um eine Entscheidung zu treffen. Nur die wenigsten beschäftigen sich vorher mit der Theorie, die dahintersteht oder gar mathematischen Zusammenhängen – dabei sind es genau diese Zusammenhänge, die sowohl den Buchmachern als auch den Sportwettern die Gewinne ermöglichen. Daher ist es für jeden, der sich ernsthaft mit der Materie beschäftigt, von Vorteil zu erfahren, wie genau so ein Buchmacher seine Kohle macht – schließlich wollen wir auch etwas von dem Kuchen abhaben.

Die Berechnung und das Zustandekommen der Wettquoten

Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte sind die Wettquoten. Sie stellen die Wahrscheinlichkeit dar, mit der ein zu erwartendes Ergebnis zustande kommt. Ein stark vereinfachtes und fiktives Beispiel wäre: Der Fußballverein des FC Bayern München spielt gegen den Hamburger SV. Die letzten vier Duelle gingen vollkommen daneben für die Hanseaten, also legt der Buchmacher die Quote für die Bayern auf 1 und für die Rothosen auf 30. Soll heißen: Der Bookie ist der Meinung, Bayern gewinnt in jedem Fall. So ganz richtig ist dieses Beispiel natürlich, denn in diesem Falle würde der Sportwetter, der auf einen Sieg der Bayern setzt, komplett leer ausgehen – Der Spieler, der auf den HSV setzt bekommt seinen Einsatz im Falle eines Sieges 30-mal zurück. Außerdem: Bloß, weil die Bayern die letzten vier Spiele gewonnen haben, muss das nichts heißen. Also werden verschiedene Faktoren wie Form, verletzte Spieler, neuer Trainer etc mit ins Spiel gebracht und plötzlich haben wir eine Quote 1,31 zu 7,28 oder so ähnlich. Noch deutlicher wird es im Vergleich zu Kasino Spielen: Beim Roulette können 36 Zahlen plus der Null oder der Doppel Null in der amerikanischen Variante ausgewählt werden, somit hat der Spieler eine Chance von 38:1 um einen Gewinn einzufahren. Somit steht die Gewinnchance bei 2,7 Prozent – ein gutes Geschäft für den Kasino Betreiber. Auf die gleiche Weise werden die Gewinnchancen bei

  • Poker
  • Black Jack

berechnet. Aber wie bereits erwähnt: Im Gegensatz zu der Kugel beim Roulette können die Spiele beim Fußball nie zu gleichen Bedingungen beliebig oft wiederholt werden – genau das macht Sportwetten ja auch so reizvoll. Eine perfekte Quote wird es nie geben – dafür ist Sport zu unberechenbar. Gut erkennbar ist das auch an folgender Tatsache. Wenn wir drei Tage vor einem Spiel eine Siegwette auf die Heimmannschaft setzen, einen Tag vor der Partie aber der wichtigste Spieler beim Training verletzt wird, dann wird die Quote plötzlich steigen. Pech für uns, denn für uns gilt die Quote, für die wir ursprünglich eine Wette gesetzt haben. Gut für den Buchmacher, denn die Chancen, dass die Auswärtsmannschaft gewinnt, ist soeben gestiegen.

Der Quotenschlüssel

Es gibt Anbieter, die zahlen sehr viel von ihren Einnahmen wieder an die Sportwetter zurück, wieder andere behalten überdurchschnittlich viel der Einnahmen. Dieser Ausschüttungsbetrag ist durch den sogenannten Quotenschlüssel auszurechnen. Der beste Quotenschlüssel liegt somit bei 100 Prozent – das würde allerdings bedeuten, dass der betreffende Buchmacher sämtliche eingezahlten Beträge seiner Kunde auch wieder auszahlt. Ein reichlich unrealistisches Szenario. In der Regel haben die renommierten und serösen Anbieter einen Quotenschlüssel zwischen 90 und 95 Prozent. Die verblendenden Prozente sind also die Gewinne des Buchmachers – das Geld, dass er verdient. Mit der einfachen Formel 1/ (1/Quote Heim + 1/Quote Remis + 1/Quote Gast) x 100 kann dieser Schlüssel für jedes einzelne Spiel und jeden Anbieter errechnet werden. Machen wir uns doch mal den Spaß an Hand des Spiels FC Bayern München gegen FC Augsburg vom (26.10.2016):

  • bet365: 1/ (1/1,10 + 1/10,00 + 1/18,00) x 100 = 93,93 %
  • expekt: 1/ (1/1,08 + 1/9,00 + 1/18,00) x 100 = 91,53 %
  • cherry sports:1/ (1/1,07 + 1/9,75 + 1/28,50) x 100 = 93,26 %

Wir sehen also auch hier gibt es große Unterschiede. Sicher, ein Unterschied zwischen 1-2 Prozent hören sich erst einmal nicht viel an, aber die Masse machst am Ende. Allerdings sollte ein Wettanbieter nicht nur nach dem Quotenschlüssel bewertet werden, es gibt da noch wesentlich wichtigere Merkmale zu beachten.

Die Wahl des richtigen Anbieters

Die Wahl des richtigen Anbieters ist nicht immer einfach. Schließlich muss auf der Beziehungsebene zunächst Vertrauen entstehen und die meisten Anfänger werden sich wohl an Buchmacher wenden, die sie zum Beispiel aus der Werbung oder dem Sponsoring kennen. Da wären zum Beispiel bet365 oder auch Tipico zu nennen, die auch im deutschen Spitzensport vertreten sind. Doch die Auswahl an Sportwetten ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium. Da kommt es wiederum auf die Vorlieben des Spielers an – Hat der Anbieter die Sportart, die mir am besten gefällt überhaupt im Angebot? Wie tiefgehend sind die Wettoptionen oder kann ich nur auf Sieg und Niederlage setzen? Solche Fragen stellen sich meist nur bei Randsportarten. Ineressant sind unter anderem Wetten auf Tore Wettstrategie.

Wie intensiv soll gewettet werden?

Eine andere wichtige Frage ist, wie intensiv das Sportwetten ausgelebt werden soll. Muss von dem Gewinn etwa ein Lebensunterhalt bezahlt werden? Oder geht es nur um den Spaß an der Freud? Je nachdem, in welche Richtung die Antwort auf diese Frage tendiert, werden einer, zwei oder gar mehr Wettanbieter gleichzeitig eingesetzt, um das gesetzte Ziel zu erreichen. Für die Eigensicherung ist außerdem entscheidend:

  • Limit setzen – nie mehr Geld einsetzen als man zur Verfügung hat
  • Sportwetten soll zunächst ein Bonus sein – also nicht mehr Geld setzen, als wie es für ein anderes Hobby auch zur Verfügung stehen würde
  • Nicht entmutigen lassen – es ist im Sportwettenbereich kaum möglich, immer richtig zu tippen
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