Karlsruhe und Bremen werden Anfang Oktober zu Prüfständen für Christian Wücks Kaderplanung Richtung WM 2027: Am 9. Oktober empfängt die deutsche Frauen-Nationalmannschaft Australien im Wildparkstadion, am 13. Oktober folgt Japan in Bremen. Für beide Härtetests hat der Bundestrainer 24 Profis nominiert – und dabei fällt sofort ein Name auf.
Lisa Baum vom FC Arsenal steht erstmals im DFB-Aufgebot. Zugleich fehlt Stammtorhüterin Ann-Katrin Berger von Gotham FC, die in Absprache mit dem Trainerteam bei beiden Partien pausiert.
| Termin | Spiel | Ort |
|---|---|---|
| 09.10. | Deutschland – Australien | Karlsruhe |
| 13.10. | Deutschland – Japan | Bremen |
24 Spielerinnen stehen insgesamt im Kader. Baum erhält ihre erste Nominierung, Berger pausiert wie angekündigt.
Einschätzung von Dennis Buchbauer
Wück hat hier eine Kaderentscheidung getroffen, keine Wettmarktentscheidung – beides sollte man nicht vermischen. Konkrete Quoten zu den Oktober-Tests liegen noch nicht vor, entsprechend gibt es aktuell auch keine belastbare Marktbewegung zu bewerten. Was sich aber sagen lässt: Eine pausierende Stammtorhüterin bei einer klar favorisierten Nation ist ein Faktor, den man auf dem Zettel behalten sollte, sobald die Buchmacher ihre Linien für Karlsruhe und Bremen öffnen.
Hintergrund: Baum erhält ihre erste DFB-Chance
Baum wechselte im Sommer von RB Leipzig zu Arsenal WFC und zählt dort etwas überraschend sofort zum Stammpersonal. Die 19 Jahre alte Linksfüßerin brachte bislang fünf Einsätze für die deutsche U-23-Nationalelf mit, bevor Wück sie nun ins A-Team holte.
Auch sonst hat sich im Vergleich zum Mai-Aufgebot einiges bewegt. Kapitänin Giulia Gwinn ist nach überstandener Verletzung zurück und übernimmt den Platz der verletzten Innenverteidigerinnen Rebecca Knaak und Kathrin Hendrich. Wolfsburgs Cora Zicai kehrt nach deutlichem Formanstieg zurück, während Stürmerin Nicole Anyomi nach einer Oberschenkelverletzung bei ihrem neuen Klub London City Lionesses erst über Kurzeinsätze aufgebaut wird.

Wück selbst ordnet die beiden Termine als gezielte Vorbereitung ein. Mit Australien und Japan treffen wir auf zwei qualitativ sehr gute Gegner, erklärte er mit Blick auf die anstehenden Heimspiele, die den Umgang mit anderen Spielstilen vor der WM 2027 simulieren sollen.
Kader und Torwart-Optionen
Weil Berger fehlt, stehen im Tor Laura Dick, Stina Johannes und Ena Mahmutovic zur Verfügung. Baum ist im Gegenzug die neue Offensivoption im 24er-Aufgebot – ein direkter Tausch zwischen Erfahrung im Tor und frischem Personal im Angriff.
Ausblick und nächster Schritt
Deutschland trifft am 9. Oktober in Karlsruhe auf Australien und am 13. Oktober in Bremen auf Japan. Genau solche Spiele brauchen wir, um die Mannschaft weiterzuentwickeln und die nächsten Schritte einzuleiten, so Wück zur Zielsetzung der beiden Tests.
Ähnliche Debatten um Kaderrotation und Nummer-eins-Fragen kennt man auch aus dem DFB-Männerteam, wo die Torwart-Hierarchie zwischen Ter Stegen und der Konkurrenz seit Monaten diskutiert wird. Bei den Frauen bleibt vorerst offen, wie stark Bergers Pause die Kaderoptionen für die WM 2027 tatsächlich verändert.