Füllkrug kommt nicht als Heilsbringer, sondern als Strafraumspieler mit Bundesliga-Instinkt. Genau den hat Werder seit zwei Jahren nicht ersetzt.

Leihe ohne Kaufoption: Füllkrug verzichtet auf Millionen
Werder und West Ham United verhandelten laut “Bild” am Montagnachmittag – und wurden fertig. Sky und “Bild” berichten übereinstimmend von einer Leihe für eine Saison. Ohne Kaufoption. Der Vertrag des 33-Jährigen in London läuft noch bis 2028, an dieser Konstellation ändert die Leihe nichts.
Das eigentliche Hindernis lag beim Gehalt. Füllkrug verdient bei West Ham nach “Bild”-Angaben rund 4,5 Millionen Euro netto pro Jahr – eine Summe, die Bremen weder zahlen kann noch zahlen will. Nach Sky-Informationen verzichtet der Angreifer auf einen erheblichen Teil davon. Ohne diesen Schritt hätte es den Transfer nicht gegeben, so einfach ist die Rechnung.
Werder selbst wollte den Vorgang auf SID-Anfrage nicht kommentieren. Bis zur offiziellen Bestätigung bleibt es also bei Medienberichten – auch wenn die Bilder vom Osterdeich eine klare Sprache sprechen.
Warum Bremen jetzt zugreift
Die Vorzeichen haben sich in wenigen Wochen komplett gedreht. Im Juni beschäftigten sich die Grün-Weißen schon einmal mit ihrem früheren Torjäger und legten die Idee wieder beiseite. Zu teuer, zu kompliziert.
Dann kam die Saisoneröffnung. 0:1 gegen AJ Auxerre, ein Angriff ohne Durchschlagskraft, und Geschäftsführer Clemens Fritz kündigte öffentlich weitere Zugänge bis zum Transferschluss am 1. September an. Am Montag holte Werder bereits Eren Dinkci per Leihe vom SC Freiburg zurück. Cedric Itten kam im Sommer von Fortuna Düsseldorf, wo er in der 2. Liga 15 Tore erzielte.
Füllkrugs eigene Lage half zusätzlich. Bei West Ham, das aus der Premier League abgestiegen ist, stieg er nach dem Ende seiner Leihe an die AC Mailand nicht mehr ins Mannschaftstraining ein. Eine Rückennummer bekam er auch nicht. In Italien blieben ihm in 20 Einsätzen ganze ein Tor – und die WM-Teilnahme in diesem Sommer verpasste er trotzdem.
Bleibt die Frage, welcher Füllkrug an der Weser ankommt. Der Torschützenkönig, der 2023 für geschätzte 15 Millionen Euro zum BVB wechselte? Oder der Stürmer, den in England zwei Jahre lang Verletzungen ausgebremst haben?
Eine erste Antwort könnte es am Samstag geben. Um 15.30 Uhr startet Werder beim Lüneburger SK Hansa in den DFB-Pokal – gespielt wird im Millerntor-Stadion in Hamburg.