Sabitzer sitzt am längeren Hebel, weil sein Vertrag noch ein Jahr läuft. Wer nicht wechseln muss, verhandelt entspannter als der Klub, der verkaufen will.

Champions League oder Saudi-Arabien – sonst bleibt er
Nach Informationen aus dem Umfeld des Spielers kommen für einen Abschied derzeit nur zwei Szenarien infrage. Entweder Sabitzer landet bei einem anderen Champions-League-Klub. Oder es liegt ein finanziell außergewöhnlich attraktives Angebot aus Saudi-Arabien auf dem Tisch. Ein Verein ohne Königsklassen-Perspektive fällt raus.
Das trifft ausgerechnet den Klub, der bislang am konkretesten geworden ist. Der FC Bologna zeigt laut “Gazzetta dello Sport” Interesse, kann Sabitzers Gehaltsvorstellungen aber offenbar nicht bedienen – und spielt in dieser Saison nicht in der Champions League. Zwei Ausschlusskriterien auf einmal.
Sabitzer zählt mit einem geschätzten Jahressalär von rund acht Millionen Euro zu den Topverdienern in Dortmund. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2027, eine Verlängerung hat nach aktuellem Stand keine Priorität. Für den BVB bedeutet das: Wer jetzt nicht verkauft, verliert den 32-Jährigen in einem Jahr ablösefrei.
Veerman verschärft die Lage im Zentrum
Am Montag machte Dortmund den Transfer von Joey Veerman perfekt. Der 27-jährige niederländische Nationalspieler kommt von der PSV Eindhoven, unterschreibt einen Fünfjahresvertrag und kostet rund 20 Millionen Euro – der BVB zog seine Ausstiegsklausel. In 198 Pflichtspielen für die PSV kam Veerman auf 31 Tore und 67 Vorlagen.
Sport-Geschäftsführer Lars Ricken erklärte den Fokus auf die Mitte offen: Mit Pascal Groß und Salih Özcan verließen seit Jahresbeginn zwei Zentrumsspieler den Klub, Emre Can ist in der Innenverteidigung eingeplant. Hinzu kommt der Grieche Giannis Konstantelias, den Dortmund für kolportierte 30 Millionen Euro von PAOK Saloniki holte.
In der internen Hierarchie rangiert Sabitzer damit hinter Felix Nmecha und Jobe Bellingham – und nun auch hinter einem Neuzugang, den Trainer Niko Kovac ausdrücklich wollte. Für einen Spieler, der 2023 für rund 19 Millionen Euro vom FC Bayern kam, ist das eine bemerkenswerte Verschiebung in zwei Jahren.
Sollte tatsächlich ein passendes Angebot eintreffen, würde der BVB laut übereinstimmenden Berichten keine Steine in den Weg legen. Bis zum 1. September bleibt Zeit. Danach hat sich die Frage für diese Saison erledigt.
Ob Sabitzer am Samstag im Supercup gegen die Bayern überhaupt eine Rolle spielt, dürfte einiges über seine Zukunft verraten.