Zehn Spiele Sperre für Leandro Paredes, sieben für Nahuel Molina – und trotzdem verpasst womöglich keiner von beiden ein einziges Pflichtspiel. Die FIFA hat auf Antrag des argentinischen Verbands entschieden, dass die WM-Sünder ihre Strafen auch in Freundschaftsspielen absitzen dürfen.
- Paredes (10 Spiele), Molina (7), Almada (1) und Co-Trainer Ayala (3) dürfen Klasse-A-Testspiele anrechnen lassen.
- Argentiniens nächstes Pflichtspiel steigt erst bei der Copa América 2028 – für die WM 2030 ist das Team als Co-Gastgeber gesetzt.
- Die AFA hält die Strafen trotzdem für überzogen und behält sich Berufung vor – bis hin zum CAS.
Der Haken an der Zehn-Spiele-Sperre
Auf dem Papier hart. In der Praxis hatte die Strafe einen Konstruktionsfehler: Nach Artikel 69 der FIFA-Disziplinarordnung sitzt ein Spieler eine WM-Sperre in den nächsten offiziellen Partien seines Teams ab. Argentinien hat aber keine. Das nächste Pflichtspiel steigt bei der Copa América 2028, die WM 2030 läuft ohne Qualifikation. Paredes und Molina hätten also jahrelang Testspiele bestreiten und erst 2028 aussetzen müssen.
Genau da setzte die AFA an. Sie beantragte, die Sperren wahlweise in Klasse-A-Freundschaftsspielen oder Pflichtspielen zählen zu lassen – je nachdem, was zuerst kommt. Die Disziplinarkommission stimmte zu und nannte den Antrag laut AFA-Mitteilung regelkonform.
| Paredes | 10 Spiele, 90.000 US-Dollar |
|---|---|
| Molina | 7 Spiele, 90.000 US-Dollar |
| Almada | 1 Spiel, 30.000 US-Dollar |
| Co-Trainer Ayala | 3 Spiele, 30.000 US-Dollar |
| Gavi (Spanien) | 1 Spiel, 30.000 US-Dollar |
| Verband AFA | 321.000 US-Dollar, Teilschließung des Stadions bei Heimspielen |
Wie schnell die Sünder zurück sind
Bis Jahresende hat Argentinien Platz für bis zu sechs Freundschaftsspiele in den Fenstern September, Oktober und November. Almada und Ayala wären damit schon im Oktober durch. Molina hätte danach noch ein Spiel offen, Paredes vier – bei zwei Testspielen im März und zwei im Juni 2027 ist auch er rechtzeitig vor der Copa América wieder dabei.
Anders gesagt: Läuft es nach Plan, verpasst keiner der Beteiligten ein Spiel, das zählt. Das englische Fachportal Inside World Football spricht von einer Regel für Argentinien und einer anderen für den Rest der Welt. Schwer zu widerlegen.
Der AFA reicht das trotzdem nicht. Verbandsjurist Andrés Urich hält die Sanktionen für überzogen. Sobald die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt, will der Verband vor die FIFA-Berufungskommission ziehen – und notfalls vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS.
Zehn Spiele Sperre. Sechs Testspiele bis Dezember. Womöglich kein einziges Pflichtspiel verpasst.
Zehn Spiele klingen hart, bis man nachrechnet. Die FIFA hat ihre eigene Strafe entwaffnet.

Was als Nächstes zählt: Die AFA muss jetzt erst einmal Gegner finden – aktuell steht kein einziges Länderspiel im Kalender. Das erste Fenster öffnet im September. Erst wenn die Testspiele fix sind, läuft die Uhr für Paredes und Molina.