Leverkusen kassiert womöglich 40 Millionen für einen Spieler, den sie selbst noch nie im Pflichtspiel gesehen haben. Respekt vor dem Geschäftssinn. Für Kerim zählt trotzdem nur eine Frage: Wer stellt ihn im August auf den Platz?

Chelsea legt vor, Juventus zieht nach
Die Blues waren zuerst da. Laut kicker hat Chelsea als erster Klub ein offizielles Angebot in Leverkusen hinterlegt: mehr als 30 Millionen Euro Sockelablöse. Bayer will mehr. Die Werkself-Bosse pochen auf ein Gesamtpaket von rund 40 Millionen inklusive Boni und Weiterverkaufsbeteiligung.
Treiber hinter dem Vorstoß soll ausgerechnet Xabi Alonso sein. Der neue Chelsea-Coach kennt Alajbegovic aus seiner Leverkusener Zeit – aus dem Nachwuchs, wohlgemerkt, für die Profis spielte der Bosnier bei Bayer nie. Und dann meldete sich Turin. Nach Informationen der Bild hat Juventus sein Angebot nachgebessert und die 30-Millionen-Marke ebenfalls geknackt. Dazu eine Botschaft, die Chelsea so nicht liefern kann: Startelf. Sofort.
Was ein 18-Jähriger wirklich braucht
Das Salzburg-Jahr erklärt den Hype. 14 Tore in 36 Pflichtspielen, die Auszeichnung zum Newcomer der österreichischen Bundesliga, das Debüt in Bosniens Nationalelf. Bei der WM 2026 legte er nach – gegen Katar traf er und wurde Mann des Spiels. Ein Jahr zuvor hatte Leverkusen ihn noch für rund zwei Millionen abgegeben.
Nur: In Leverkusen ist der Weg nach vorn verstopft. Afonso Moreira ist da, Eliesse Ben Seghir zurück, und der neue Trainer Carles Martínez hat einiges zu sortieren. Garantien für einen 18-Jährigen? Keine.
Genau da liegt der Reiz der Serie A. Atalanta galt lange als Favorit, ein 25-Millionen-Angebot wies Bayer laut Berichten ab. Napoli beobachtet, Tottenham hat angeklopft. Bei Chelsea gilt Alajbegovic dem Vernehmen nach als langfristiges Projekt – inklusive möglicher Leihe. Bei Juve als Startelf-Kandidat.
Zwischen den Klubs soll weitgehend Einigkeit bestehen. Die Entscheidung liegt beim Spieler. Und der hat gelernt, dass Minuten mehr wert sind als Millionen.