Verlieren gehört zum Sport, Anstand auch. Was Paredes nach dem Abpfiff gezeigt hat, war keine Emotion mehr – vor laufenden Kameras, im WM-Finale. Die FIFA muss hier ein Zeichen setzen, sonst kann sie ihr Fairplay-Logo gleich einmotten.

Rote Karte nach Abpfiff: Was Paredes im MetLife Stadium ablieferte
Die TV-Bilder waren eindeutig. Während Spanien den zweiten WM-Titel feierte, rastete Paredes aus. Erst schubste er Eric García, dann griff er Gavi am Leibchen, traf ihn mit der Hand im Gesicht und stieß ihn zu Boden. Die Rote Karte kam noch auf dem Rasen. Vier Wörter reichen: würdeloser Abgang eines Vizeweltmeisters.
Und die Liste wird länger. Laut übereinstimmenden Medienberichten prüft die FIFA auch das Verhalten von Nahuel Molina, der Kapitän Rodri geschlagen haben soll. Co-Trainer Roberto Ayala soll Dani Olmo gestoßen haben. Dazu nimmt der Verband laut Berichten die Pokalübergabe unter die Lupe – mehrere Argentinier wandten sich demonstrativ ab, als Spanien die Trophäe stemmte.
Malvinas-Plakat inklusive: Wie weit die FIFA-Untersuchung reicht
Bemerkenswert: In der offiziellen Mitteilung nannte die FIFA keine Namen. Der Verband wertet zunächst Schiedsrichterberichte und TV-Aufnahmen aus, bevor einzelne Verfahren formell eröffnet werden. Heißt: Die Ermittlung läuft, die Anklageschrift folgt.
Ein Fall reicht dabei bis ins Halbfinale zurück. Giovani Lo Celso zeigte nach dem Sieg gegen England ein Transparent mit der Aufschrift „Las Malvinas son argentinas” – politische Botschaften sind nach FIFA-Regeln tabu, die britische Regierung hatte bereits protestiert.
Für Argentinien ist das Terrain vertraut. Schon nach der WM 2022 ermittelte die FIFA gegen den Verband. Damals blieb es bei milden Konsequenzen. Diesmal, mit Tätlichkeiten vor laufenden Kameras, dürfte es teurer werden. Sperren für einzelne Spieler sind nicht ausgeschlossen.