Arsenal war bei Vinícius die Verhandlungsmasse, nicht der Käufer. Bei Álvarez droht dasselbe Muster: Barça will ihn, der Spieler will Barça, und Arsenal darf zuschauen, wie die Preise steigen. Wer Meister wird, sollte irgendwann aufhören, Plan B zu sein.

Vinícius bleibt: Arsenal verliert sein Hauptziel
Wochenlang lief die Rechnung anders. Vinícius stand im letzten Vertragsjahr, die Gespräche mit Real zogen sich seit anderthalb Jahren, Arsenal bot laut Berichten rund 120 Millionen Euro und erfüllte die Gehaltsvorstellungen des Brasilianers. Real verlangte 150 bis 170 Millionen. Am Mittwoch traf man sich in Valdebebas. Am Donnerstag war der neue Vertrag da – sechs Jahre, bis 2032.
Für Arsenal ist das die dritte Absage dieses Sommers. Morgan Rogers ging zu Chelsea, Leandro Trossard nach Istanbul, und der linke Flügel bleibt eine Baustelle, an der bisher nur Christos Tzolis von Club Brügge arbeitet. Immerhin: Bruno Guimarães kommt für kolportierte 75 Millionen Pfund von Newcastle.
Álvarez: Die 115 Millionen gehören Barcelona
Hier wird es unübersichtlich. Die 115-Millionen-Offensive stammt nicht von Arsenal, sondern von Barcelona – laut TEAMtalk die geplante Erhöhung eines Angebots, das Atlético in der 100-Millionen-Version bereits abgelehnt hat. Joan Laporta hat sich intern eine Frist bis zum 10. August gesetzt. Danach wechselt Barça das Ziel.
Atléticos Position ist seit Wochen dieselbe: Álvarez ist nicht zu verkaufen. Ein 150-Millionen-Vorstoß von Real wurde abgewiesen, an Barça verkauft man aus Prinzip nicht. Sollte sich die Beziehung zum Spieler doch zerlegen, kämen laut TEAMtalk nur zwei Adressen infrage – Arsenal oder PSG.
Genau darauf baut Andrea Berta. Arsenals Sportdirektor arbeitete jahrelang selbst am Metropolitano und hat direkten Draht ins Haus. Kontakte gab es bereits, Atlético soll zudem Interesse an Viktor Gyökeres als Teil eines Tauschgeschäfts signalisiert haben.
Nur passt die Rechnung sportlich nicht ganz. Arteta sucht einen Linksaußen. Álvarez ist Mittelstürmer oder hängende Spitze, und Gyökeres steht bereits im Kader. Dazu kommt: Der Argentinier will nach Barcelona, das hat er nie verborgen. Spanische Berichte behaupteten zuletzt sogar, Arsenal sei aus dem Rennen.
Am 10. August meldet sich Álvarez zum Training zurück. Ausgerechnet an Laportas Stichtag. Bis dahin ist Arsenal das, was Arsenal in diesem Sommer schon zu oft war: die zweite Wahl, die wartet.