Dreimal in Folge früh raus – irgendwann rechnet das Ausland nach. Sechs Millionen Dollar weniger pro Jahr allein aus den USA sind eine Ansage. Die Bundesliga verkauft ihre Stars als Argument, und genau die fehlen gerade auf der großen Bühne.

„Fußball Made in Germany”: Eine Marke verliert an Wert
Die Diagnose kommt von berufener Stelle. Sportökonom Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln warnte gegenüber der dpa, das Image der Marke „Fußball Made in Germany” habe durch das WM-Abschneiden im Ausland gelitten. Ein schwächeres Bild der Nationalmannschaft färbe auf die Wahrnehmung des gesamten deutschen Fußballs ab – und damit direkt auf die Bundesliga. Deren Bemühungen um bessere Auslandserlöse seien ohnehin schwierig. Jetzt werden sie schwieriger.
Das Kernproblem: Die Liga verkauft international vor allem Stars und Erfolge. Beides wird knapp. Wenn deutsche Nationalspieler regelmäßig früh scheitern, bleiben als globale Zugpferde fast nur noch Harry Kane, mit England immerhin WM-Dritter, und der Franzose Michael Olise. Der letzte große Vereinstriumph? Bayerns Champions-League-Sieg 2020. Der letzte WM-Titel? 2014. Lange her.
Sechs Millionen weniger: Der US-Markt zahlt schon jetzt kürzer
Und die Zahlen sind keine Theorie mehr. Auf dem US-Markt – ausgerechnet dort, wo gerade die WM lief – kassiert die Bundesliga nach dpa-Informationen ab der Saison 2026/27 rund 24 Millionen Dollar jährlich. Bisher waren es 30 Millionen. Sechs Millionen Minus, Jahr für Jahr, festgeschrieben in frisch abgeschlossenen Mehrjahresverträgen.
Zum Vergleich: Die FIFA-Abstellungsprämien der WM spülten den Bundesliga-Klubs insgesamt 13,29 Millionen Euro in die Kassen. Der US-Verlust frisst diesen Betrag in gut zwei Jahren komplett auf.
Bleibt die Hoffnung auf den Neustart. Der DFB verhandelt mit Jürgen Klopp über die Nagelsmann-Nachfolge – ein Name mit globaler Strahlkraft, wie ihn die Liga dringend braucht. Bis dahin gilt: Das Sechzehntelfinale von Foxborough