Ein 40-Jähriger als Bundesliga-Plan A, und in Gelsenkirchen findet das niemand komisch. Weil Džeko im Aufstiegsjahr geliefert hat, während jüngere Stürmer zugeschaut haben. Riskant bleibt es trotzdem – die Bundesliga verzeiht keine drei müden Wochen.

Vom Vereinslosen zum Topverdiener
Die Ausgangslage war kurios. Džekos Vertrag lief am 30. Juni aus, seit dem 1. Juli war er offiziell ohne Klub, in der Vorbereitung tauchte er nicht auf. Die Nummer 10 vergab Schalke trotzdem nicht weiter. Ein Statement, das jeder im Ruhrgebiet verstand.
Jetzt haben sich beide Seiten geeinigt. Laut Sportschau-Informationen verlängert der Bosnier bis 2027, sein Gehalt wird angepasst, er rückt mit einem Jahresverdienst rund um die Millionengrenze zu den Topverdienern des Kaders auf. Medizincheck am Sonntag und Montag, Unterschrift am Montagnachmittag. Fabrizio Romano berichtet, Džeko habe dafür Anfragen aus der Serie A, der MLS und von weiteren deutschen Klubs abgelehnt.
Bemerkenswert ist, wer sich hier durchgesetzt hat. Sportvorstand Frank Baumann gab sich wochenlang skeptisch und wollte nicht abschätzen, ob man am Ende zusammenkommt. Trainer Miron Muslić drängte. Sky-Reporter Dirk große Schlarmann berichtete am Samstag von einer Wahrscheinlichkeit von 80 bis 90 Prozent, nachdem Schalke mit Maximilian Wöber eine vergleichsweise günstige Abwehrlösung gefunden hatte und dadurch finanziellen Spielraum gewann.
Real Madrid zum Arena-Jubiläum
Warum Muslić so hartnäckig war, hatte er in Österreich selbst erklärt. Man habe nach Charakteren, Führungskräften und Persönlichkeiten gesucht, weil die Bundesliga eine große Herausforderung sei. Neun Torbeteiligungen in elf Zweitligaspielen sind das Argument auf dem Platz. Ein Geburtsjahr von 1986 bleibt das Argument dagegen.
Der Kalender wird ohnehin schnell ernst. Am 16. August empfängt Schalke zum 25-jährigen Jubiläum der Veltins-Arena Real Madrid. „Es wird ein echtes Fußballfest”, sagte Baumann. Für die Königsblauen ist es der letzte Härtetest, bevor am 24. August in der ersten DFB-Pokalrunde beim Halleschen FC gespielt wird. Für Real beginnt danach der Ligaalltag in Spanien.
Ohne Adrian Gantenbein. Der 25-jährige Schweizer verletzte sich am rechten Sprunggelenk und fehlt nach Klubangaben mehrere Wochen.