Maldini macht genau das Richtige: Wer dreimal die WM verpasst, darf nicht bei Plan B anfangen. Guardiola wäre für Italien, was Klopp für den DFB war – ein Signal an das ganze Land. Die Frage ist nur, ob Pep schon wieder Hunger hat.

Drei Tage Barcelona: Maldinis Werben um Guardiola
Die Vorgeschichte ist ein Trümmerfeld. Italien verpasste die WM-Endrunde zum dritten Mal in Folge – vier Weltmeistertitel, und seit 2014 kein einziges WM-Spiel mehr. Nach der Playoff-Pleite gegen Bosnien-Herzegowina räumten Verbandspräsident Gabriele Gravina, Sportdirektor Gianluigi Buffon und Nationaltrainer Gennaro Gattuso ihre Posten. Der neue Verbandschef Giovanni Malagò holte Maldini als Technischen Direktor. Sein erster Auftrag: einen Trainer finden, der diesen Namen verdient.
Und Maldini zielt hoch. Guardiola hat Manchester City nach zehn Jahren und rund 20 Titeln verlassen, wollte eigentlich ein Sabbatjahr einlegen. Genau da setzt Italien an: Ein Nationaltrainer-Job bedeutet weniger Alltagsstress als der Klubfußball – und Guardiolas Wunsch, irgendwann eine Nationalmannschaft zu übernehmen, ist seit Jahren bekannt. Dazu die Italien-Verbindung: Als Spieler trug er die Trikots von Brescia und der AS Rom.
Guardiola zögert: Was gegen den Sensations-Deal spricht
Fertig ist hier trotzdem nichts. Laut Gazzetta dello Sport hat Guardiola den Azzurri-Plänen zwar aufmerksam zugehört, aber seine Bedenken bekräftigt. Er wolle entdecken, was es jenseits des Fußballs gibt, und seiner Familie mehr Zeit widmen – so wird seine Haltung zusammengefasst. Nach einem Mann klingt das nicht, der nächste Woche unterschreibt.
Der Verband fährt deshalb zweigleisig. Roberto Mancini, Europameister-Coach von 2021, und Andrea Pirlo gelten als Alternativen. Beide wären billiger, keiner wäre ein Beben. Denn genau darum geht es Maldini: Italien braucht nach drei verpassten Weltmeisterschaften keinen Verwalter, sondern einen Neustart mit Ansage. Die nächsten Tage dürften die Entscheidung bringen.