Ein Vertrag bis 2030 klingt nach Treue. Er ist vor allem clever terminiert – genau dann, wenn die Motorenfrage neu gestellt wird.

Verstappen bis 2030: Näher am Rücktritt als am Wechsel
Der bisherige Kontrakt lief bis 2028 und enthielt Berichten zufolge leistungsabhängige Ausstiegsklauseln. Genau die hielten die Gerüchteküche 18 Monate lang am Kochen: Mercedes, Aston Martin, zuletzt McLaren. Verstappens Management sprach tatsächlich mit mehreren Teams.
Und trotzdem ging es nie primär um einen Wechsel. Laut Sky Sports sagte Verstappen, er sei einem Rücktritt näher gewesen als einem Teamwechsel. Ein bemerkenswerter Satz von einem 28-Jährigen mit vier Weltmeistertiteln.
Der Grund liegt im Reglement. Verstappen hat die neuen elektrifizierten Hybridantriebe härter kritisiert als jeder andere Fahrer, sprach von „Anti-Racing” und Mario-Kart-Vergleichen. Vor der Sommerpause erklärte er, er habe genug vom Nörgeln.
Warum das Jahr 2030 kein Zufall ist
Hier wird es interessant. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem treibt die Rückkehr zu V8-Motoren mit nachhaltigen Kraftstoffen voran, Zielhorizont 2030 oder spätestens 2031. Verstappen unterstützt das Vorhaben offen – und weist selbst darauf hin, dass ihm das gewählte Vertragsende die Tür öffnet, die Lage dann neu zu bewerten.
Eine Bedingung ist das nicht. Es steht keine V8-Klausel in irgendeinem Papier. Es ist schlicht ein Ablaufdatum, das mit dem nächsten großen Regelwechsel zusammenfällt. Wer das zufällig nennt, hat noch nie einen Fahrervertrag gelesen.
Sportlich läuft es derweil zäh. Verstappen wartet 2026 auf seinen ersten Saisonsieg, liegt als Sechster der Fahrerwertung weit hinter WM-Führendem Kimi Antonelli, der mit 219 Punkten in die zweite Saisonhälfte ging. In Ungarn wurde Verstappen Zweiter hinter Lando Norris. Dazu kamen zwei Hochgeschwindigkeitsunfälle nach Defekten am Heckflügel, die Verstappen öffentlich zum Thema Sicherheit machte.
Bei voller Vertragslaufzeit käme er auf 15 Jahre Red Bull unter Teamchef Laurent Mekies. Am Sonntag fährt er zum letzten Mal in Zandvoort – der Grand Prix verschwindet nach dieser Saison vom Kalender.