Paredes hat in dreißig Sekunden kaputtgemacht, wofür Argentinien Jahre gebraucht hat. Wer nach dem Abpfiff einem Gegner ins Gesicht schlägt, hat den Moment nicht verstanden – und das Turnier auch nicht.

Faustschlag nach dem Finale: Paredes rastet völlig aus
Es hätte Spaniens Nacht sein sollen. Wurde es auch – nur eben nicht allein. Kaum hatte der Referee abgepfiffen und den 1:0-Sieg der Selección durch Ferran Torres (106.) besiegelt, stürmten die spanischen Ersatzspieler den Rasen. Mitten in die Fiesta platzte der Frust der Argentinier.
Los ging es rund um Kapitän Rodri. Nahuel Molina verpasste ihm laut kicker einen Faustschlag gegen die Brust, Rodri stellte ihn zur Rede, spanische Kollegen kamen dazu. Dann eskalierte Paredes. Er stieß Eric García am Hals weg, ging gemeinsam mit Thiago Almada auf Gavi los, brachte den Spanier zu Fall – und traf ihn im Gerangel mit der Hand im Gesicht.
Vorbelastet war er längst. Zur Pause eingewechselt, checkte Paredes schon in der 51. Minute Rodri im Mittelfeld um, ganz ohne Ballbezug. Gelb während des Spiels, Rot nach dem Abpfiff. Die FIFA-Disziplinarkommission prüft die Szenen bereits – ungeschoren davonkommen dürfte er kaum.
Scaloni in Tränen: Pressekonferenz abgebrochen
Während auf dem Rasen noch die Fäuste flogen, brach wenig später auf dem Podium ein anderer zusammen. Lionel Scaloni, Weltmeistertrainer von 2022, hielt seine Tränen nicht mehr zurück. „Es ist sehr schmerzhaft, es tut mir sehr leid”, sagte er sichtlich aufgewühlt – und verließ weinend die Bühne. Die argentinischen Journalisten spendeten Applaus.
Die Kabine hatte ihn schon vorher erwischt. „Ich habe mir schon in der Kabine die Augen ausgeweint”, gestand der 48-Jährige. Zu seiner eigenen Zukunft hielt er sich bedeckt, auch ein möglicher Rücktritt von Superstar Messi blieb offen. Zwei Bilder, eine Nacht. Und beide wird Argentinien so schnell nicht los.