Mourinho kommt nach Madrid und sortiert sofort das halbe Mittelfeld aus. Wer geglaubt hat, Tchouaméni und Camavinga seien unantastbar, hat den Special One nie arbeiten sehen. Bei Real zählt nur eins: Wer liefert, bleibt.

Tchouaméni zu Manchester United? Real macht die Tür auf
Lange galt der Fall als erledigt. Tchouaméni, so hieß es, hatte längst verlängert – angeblich bis 2031. Doch eine offizielle Bestätigung? Fehlanzeige. Und genau diese Lücke nutzt Manchester United.
Laut der englischen „Sun” ist Real bereit, den 26-Jährigen abzugeben – für die richtige Summe. Journalist Samuel Luckhurst berichtet, die Königlichen könnten bei einem passenden Angebot einlenken. Im Raum steht eine Ablöse um die 70 Millionen Euro. Für einen Spieler, der 2022 selbst 100 Millionen kostete.
United hat diesen Sommer schon geliefert: Andrey Santos, Youri Tielemans, Torhüter Karl Darlow. Der Ederson-Deal platzte am Medizincheck. Was fehlt, ist ein echter Sechser. Und Tchouaméni ist bei den Red Devils laut Fabrizio Romano seit Monaten der Wunschkandidat.
Die spanische „AS” legt nach: United soll dem Franzosen einen Fünfjahresvertrag vorgelegt haben – abgelehnt hat er ihn nicht. Pikant obendrein: Berichten zufolge kam es im Mai zu einer handfesten Auseinandersetzung mit Teamkollege Federico Valverde, für die der Klub beide mit je 500.000 Euro bestraft haben soll. Ein Klima, in dem sich ein Abschied leichter denken lässt.
Camavinga: der Kampf ums eigene Trikot
Beim zweiten Franzosen liegt die Sache anders – und irgendwie tragischer. Camavinga, einst als Zukunft des Klubs gefeiert, gilt unter Mourinho nicht mehr als unantastbar. Bei rund 60 Millionen Euro würde Real Gesprächsbereitschaft zeigen. Interessenten? Inter, PSG, Liverpool, zuletzt auch Manchester City fielen als Namen.
Nur: Camavinga will bleiben. Punkt. Der 23-Jährige rackert im Sommer-Camp, will sich zurückkämpfen – hinter Tchouaméni und Valverde im Doppel-Sechser. Eine undankbare Rolle. Eine verletzungsgeplagte Saison, das verpasste WM-Aufgebot Frankreichs, dazu ein gesunkener Marktwert. Real hat laut „Managing Madrid” bisher kaum konkrete Angebote erhalten. Bleibt er also am Ende doch?
Was hier passiert, trägt eine klare Handschrift. Zwei titellose Jahre, ein Kader, der neu sortiert wird, Konaté in der Abwehr schon da – und zwei Leistungsträger, die plötzlich nicht mehr sicher im Sattel sitzen. Real Madrid ohne sein französisches Mittelfeld-Herz? Vor ein paar Monaten undenkbar. Heute ein realistisches Szenario.