109 Sachen in einer 60er-Zone, und das zweimal in einer Nacht – allein das ist ein Skandal, der zu Recht Schlagzeilen macht. Beim Kokain-Vorwurf gilt: Erst spricht das Labor, dann sprechen wir. Aber ein Fahrverhalten wie dieses gefährdet Leben.

Zweimal gestoppt, beim zweiten Mal ein positiver Test
Die Nacht des 23. Juli verlief laut Polizei New South Wales, auf die sich BBC und australische Medien berufen, in zwei Akten. Gegen 23 Uhr stoppten Beamte den 22-Jährigen auf der Anzac Bridge – mit 86 bis 94 km/h in einer 60er-Zone. Der Alkoholtest fiel negativ aus. Es blieb bei einem Strafzettel.
Rund zwei Stunden später die zweite Kontrolle. Diesmal, so die Polizei, mit 109 Sachen. Wieder Tempo-60-Zone. Bei dieser Kontrolle habe ein Speicheltest positiv auf Kokain reagiert. Die Behörden zogen Volpatos internationalen Führerschein für sechs Monate ein und schickten eine weitere Probe ins Labor. Die Ermittlungen laufen.
Ein Punkt, der oft untergeht: Das Ergebnis der zweiten, im Labor untersuchten Probe liegt noch nicht vor. Bestätigt ist der Vorwurf damit nicht.
Volpato bestreitet – und die offenen Fragen
Der Spieler wehrt sich. Über seinen früheren Trainer und Mentor Tony Basha ließ Volpato die Kokain-Einnahme zurückweisen. „Er war schockiert. Ich bin ebenfalls schockiert, denn das ist ein schwerwiegender Vorwurf”, sagte Basha dem Sydney Morning Herald. Die Spielergewerkschaft Professional Footballers Australia bestätigte, vom Fall zu wissen, und sagte Volpato Unterstützung zu. Sein Klub Sassuolo schwieg zunächst.
Und die sportlichen Folgen? Hier ist Vorsicht geboten. Ein Rausch-Test im Straßenverkehr ist etwas anderes als ein Anti-Doping-Test im Wettbewerb. Ob dem Australier über die Verkehrssache hinaus überhaupt eine sportliche Sanktion droht, ist offen – eine seriöse Prognose über eine Sperre gibt derzeit keine Quelle her.
Was bleibt, sind die Fakten dieser Nacht. Zwei Kontrollen. Ein positiver Schnelltest. Ein für sechs Monate kassierter Führerschein. Und ein Spieler, der erst in diesem Jahr für Australien debütierte und bei der WM in drei Partien auf dem Platz stand. Der Rest muss das Labor klären. Bis dahin gilt: Vorwurf, nicht Urteil.