An der Hafenstraße gewinnt man mit Zweikampfhärte, nicht mit Designfragen. St. Pauli hat vor dem Anpfiff über Hosenfarben diskutiert und nach dem Anpfiff jeden wichtigen Zweikampf verloren. Essen war einfach hungriger.

DFB stoppt das Mint-Trikot – wegen der Hose
Wenige Tage vor dem Spiel präsentierten die Kiezkicker ihr drittes Trikot – traditionell das Pokaltrikot. Mintgrün, Rosa, Lila. Energie und Freude, so der Verein. Premiere sollte Sonntagabend in Essen sein.
Daraus wurde nichts. Der DFB legte unmittelbar nach der Vorstellung sein Veto ein und untersagte die Kombination aus Trikot und zugehöriger Hose. Der Grund laut Hamburger Morgenpost: Die mintgrüne Hose ähnele der weißen Hose von Rot-Weiss Essen zu sehr. St. Pauli bestätigte den Vorgang auf Nachfrage und erklärte, man hätte gerne im neuen Trikot gespielt.
Erkennbar ist der Kontrast zwischen Mint und Weiß durchaus. Und beim Zweitligaspiel Bielefeld gegen Cottbus liefen kurz zuvor zwei Teams auf, die aus der Distanz kaum auseinanderzuhalten waren – schwarz gegen blau-schwarz. Da darf man schon fragen, nach welchem Maßstab hier entschieden wird.
0:2 in Essen: Janssen und Telalović bestrafen die Abwehr
Sportlich brauchte es die Trikotdebatte nicht. Marek Janssen köpfte nach einer Flanke von Marvin Obuz aus fünf Metern ein (36.), sein erster Pokaltreffer überhaupt. Nach der Pause verlor St. Pauli im Aufbau den Ball, Semir Telalović stach eiskalt zu (53.).
Chancen hatten die Hamburger genug. Martijn Kaars scheiterte gleich zweimal aus aussichtsreicher Position, einmal schoss er aus vier Metern über das leere Tor. Im zweiten Durchgang erspielte sich Rapps Elf laut kicker keine einzige nennenswerte Möglichkeit mehr. Essen kam auf 19 Torschüsse.
Für Uwe Koschinats Mannschaft war es der dritte Pflichtspielsieg in Serie nach dem 2:5 in Saarbrücken. Für St. Pauli das erste Erstrunden-Aus seit sechs Jahren – und weiter kein Pflichtspielsieg unter Marcel Rapp. Zwei Remis in der Liga, ein Pokal-Aus. In Hamburg wird man langsam ungeduldig.