Hundert Millionen für einen 18-Jährigen mit vier Assists in 96 Spielen – das ist eine Wette auf die nächsten zehn Jahre, keine Verstärkung für diese Saison. City kauft hier eine Versicherung gegen den Tag, an dem Rodri weg ist.

Der Spieler hat zugesagt – jetzt geht es nur noch ums Geld
Fabrizio Romano, Florian Plettenberg und Matteo Moretto berichten übereinstimmend dasselbe: Bouaddi und sein Lager haben sich mit City auf einen Vertrag bis 2031 verständigt. Der Marokkaner will den Wechsel, und zwar sofort – nicht erst 2027, wie es Lille lieber wäre.
Zwischen den Klubs klemmt es beim Preis. Lille ruft rund 100 Millionen Euro auf, City bot zuletzt etwa 90 Millionen fix plus Boni. Journalist Sacha Tavolieri meldete zuletzt, beide Seiten klärten nur noch letzte Details.
Dazu passt, dass City parallel Platz schafft. Tijjani Reijnders steht laut Romano vor einem Wechsel zu Al-Qadsiah, Ablöse rund 61 Millionen Euro.
Nur: Der Mann, der unterschreiben müsste, klingt anders.
Létang widerspricht – und sitzt am längeren Hebel
Lilles Präsident Olivier Létang erklärte Ende Juli vor der Presse, er sei fest überzeugt, dass Bouaddi bleibe. Kontakt mit City habe es gegeben, aber kein Angebot sei der eigenen Bewertung auch nur nahegekommen. Bouaddis Vertrag läuft bis 2029 – Lille muss gar nichts.
Und der Klub hat Argumente. Der OSC spielt 2026/27 in der Champions League, Bouaddi wäre dort gesetzt. Bei City erwartet ihn dagegen ein Mittelfeld, in das Enzo Maresca gerade Elliot Anderson für 116 Millionen Pfund eingebaut hat.
Was für den Deal spricht, ist die Rechnung dahinter. Rodris Zukunft bleibt offen, Real Madrid und Barcelona halten das Thema am Leben. Fällt der Sechser weg, hat City ohne Bouaddi eine Lücke, die sich im Winter kaum schließen lässt.
Der Junge selbst liefert die Argumente ohnehin selbst. Mit 16 Jahren und drei Tagen war er der jüngste Spieler, der je in einem europäischen Klubwettbewerb auflief. An seinem 17. Geburtstag stand er in der Champions League gegen Real Madrid auf dem Platz – Lille gewann. Bei der WM gegen Brasilien brachte er 60 präzise Pässe an.
Das englische Transferfenster schließt am 1. September. Bis dahin muss Létang entscheiden, ob Prinzipien oder 100 Millionen schwerer wiegen.