Ein Innenverteidiger mit Vertrag bis 2027 und 29 Jahren ist für einen Klub wie Gladbach ein Ablaufdatum auf zwei Beinen. Wer diesen Sommer nicht verkauft, verkauft gar nicht mehr. Beide Seiten wissen das – deshalb wird sich der Preis irgendwo in der Mitte finden.

Persönliche Einigung steht – zwischen den Klubs fehlt sie noch
Die Wechselgerüchte um Elvedi sind so etwas wie ein Gladbacher Sommerritual. Diesmal wirkt es ernster.
Laut Sky Sport haben sich der 29-Jährige und Leeds United über die Vertragsmodalitäten verständigt – Laufzeit bis Sommer 2029. Elvedi hat sich demnach grundsätzlich für einen Wechsel auf die Insel entschieden und steht dem Engagement in Yorkshire positiv gegenüber. Was fehlt, ist die Einigung zwischen den Vereinen. Leeds bereitet ein offizielles Angebot vor.
Dass die Engländer nicht zum ersten Mal anklopfen, macht die Sache pikant. Im Juni sollen die Peacocks rund 8,5 Millionen Euro geboten haben, laut Football Insider wurde das von Gladbach abgewiesen. Der aktuelle Marktwert des Schweizers liegt in einer ähnlichen Größenordnung.
Was für Leeds spricht: Daniel Farke. Der Trainer kennt Elvedi noch aus gemeinsamen Gladbacher Tagen und schätzt ihn.
Gladbachs Rechnung: jetzt kassieren oder 2027 leer ausgehen
Elvedis Vertrag am Niederrhein läuft bis zum 30. Juni 2027. Wer das durchrechnet, kommt schnell zum Punkt. Verkauft Borussia in diesem Sommer nicht, geht der Innenverteidiger im kommenden Jahr ablösefrei – oder muss zu Konditionen verlängert werden, die ein Klub in Gladbachs Lage kaum stemmen will.
Elvedi hat öffentlich mehrfach betont, dass ihn die Premier League reizt. Nach der WM mit der Schweiz und einer soliden Bundesliga-Saison mit 33 Ligaeinsätzen hat er sich zudem in ein Schaufenster gestellt, das nicht ewig offen bleibt. Mit 29 ist das realistisch der letzte große Vertrag seiner Karriere.
Auf Gladbacher Seite ist die Haltung entsprechend pragmatisch. Berichte deuten darauf hin, dass man sich intern längst auf einen Abgang eingestellt hat – vorausgesetzt, das Angebot stimmt. Steine in den Weg legen will offenbar niemand.
Für Farke wäre der Schweizer ein Sofort-Baustein, für Gladbach ein Loch in der Innenverteidigung. Und für die Fohlen-Fans der Abschied eines Spielers, der seit 2015 einfach immer da war.
Leeds startet am Samstag um 16:00 Uhr in Nottingham in die Premier-League-Saison. Ob Elvedi da schon zuschaut, entscheidet sich in den nächsten Tagen.