Sturm spielt gegen einen Kader, der 80 Millionen Euro schwerer ist. Zwei Tore Rückstand in Liebenau aufzuholen, wäre die größte Nacht dieser Vereinsgeneration.

Sturm Graz gegen Fenerbahce: 0:2 drehen oder Europa League
Um 20:30 Uhr rollt in Graz-Liebenau der Ball, und die Ausgangslage ist unbequem. Im Hinspiel am Bosporus verlor Sturm vor mehr als 40.000 Zuschauern mit 0:2. Anderson Talisca traf in der zehnten Minute, Neuzugang Mason Greenwood legte kurz vor der Pause nach. Torhüter Chudjakow verhinderte mit mehreren starken Paraden ein deutlicheres Ergebnis.
Fenerbahce hat im Sommer rund 80 Millionen Euro investiert, Greenwood allein kostete 39 Millionen. Sturm hat dafür etwas, das Istanbul in dieser Runde fehlt: ein volles Stadion im Rücken und nichts zu verlieren. Denn der Vizemeister ist bereits fix für die Ligaphase der Europa League qualifiziert. Scheitert er heute, spielt er trotzdem international – nur eben eine Etage tiefer.
Zwei Treffer Unterschied muss die Mannschaft von Fabio Ingolitsch aufholen. Fenerbahce ist gegen österreichische Klubs seit neun Duellen ungeschlagen. Wer trotzdem an eine Wende glaubt, verweist auf die Schlussphase des Hinspiels, in der bei den Türken konditionelle Löcher sichtbar wurden.
Was heute wirklich auf dem Spiel steht
Hier lohnt eine Klarstellung, weil sie oft untergeht: Heute Abend wird noch kein Platz in der Ligaphase vergeben. Die Sieger ziehen in die Play-offs ein, deren Hinspiele am 18. und 19. August und deren Rückspiele am 25. und 26. August stattfinden. Erst dort fallen die letzten sieben Startplätze.
Trotzdem geht es um sehr viel Geld. Nach dem für den Zyklus 2024 bis 2027 geltenden Verteilungsschlüssel erhält jeder Ligaphasen-Teilnehmer allein an Startgeld 18,62 Millionen Euro, dazu Siegprämien, Tabellenbonus und Marktanteile. Wer erst im Play-off scheitert, bekommt rund 4,29 Millionen Euro. Ein Abend im August entscheidet also über einen achtstelligen Unterschied in der Vereinsbilanz.
Der Terminplan ist dabei so eng, dass die UEFA die Play-off-Paarungen bereits vor den Hinspielen dieser Runde ausgelost hat. Für Sturm oder Fenerbahce wartet der Sieger aus Sparta Prag gegen Olympique Lyon – und auch dieses Duell wird heute entschieden. Lyon verlor in Prag mit 1:2 und empfängt Sparta um 21:00 Uhr.
Der komplette Abend im Überblick: Kairat gegen Levski Sofia (17:00), Sabah gegen Aarhus (18:00), Bodö/Glimt gegen Union Saint-Gilloise (18:00), Zalgiris Kaunas gegen Dinamo Zagreb (19:00), NEC Nijmegen gegen Olympiakos (19:30), Roter Stern Belgrad gegen Hapoel Beer Sheva (20:00), Celje gegen Ararat-Armenia und Slovan Bratislava gegen Mjällby (jeweils 20:15), dann Graz und Lyon.
Die spannendste Paarung neben Graz? Bodö/Glimt gegen Union Saint-Gilloise nach einem 3:3 im Hinspiel. Sechs Tore, kein Vorteil, alles offen. Und Olympiakos muss nach einem torlosen Heimspiel in Nijmegen ran, wo ein einziger Gegentreffer die Rechnung kippt.
Am 27. August wird die Ligaphase ausgelost. Bis dahin müssen sieben Klubs ihre Tickets noch lösen – und für neun Teams endet der Weg heute Abend.