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Julian, wähl die 0172! Die DFB-Legenden, die Nagelsmann für die WM 2026 anrufen sollte

Dennis Buchbauer
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Sechzig Telefonate. Julian Nagelsmann hat angekündigt, seinen vorläufigen WM-Kader für Nordamerika per Anruf zu nominieren – ein logistischer Marathon, der die Berater-Agenturen der Republik kollektiv mit Ladegeräten bewaffnet an den Schreibtisch fesselt. Gut und schön. Aber bevor der Bundestrainer zum zehnten Mal bei einem glattgebügelten Nachwuchsstar landet, der „von Spiel zu Spiel denkt”, sollte er vielleicht das Adressbuch der Bundesliga-Geschichte aufschlagen. Deutschland WM 2026 braucht keine Hochglanz-Broschüre. Es braucht Charakter.

Nagelsmann nominiert 26 Mann – ich hätte da noch ein paar Nummern, die er vielleicht nicht im Handy hat. Lothar allein wäre schon ein Kader.

Sportwettenexperte & Autor
Dennis Buchbauer

Julian, wähl die 0172: Die Traumliste für den Telefonmarathon

Fangen wir in der Abwehr an. Jürgen Kohler hat das Handy gar nicht erst an. Er steht vermutlich immer noch irgendwo im Strafraum und begräbt einen gegnerischen Stürmer im Rasen. Der „Kokser”, Weltmeister 1990 und Champions-League-Sieger, atmet beim Abheben schwer: „WM? Wenn der Stürmer über die Mittellinie kommt, tut es ihm weh. Ruf mich zurück, wenn die Knochen knacken.” Nagelsmann würde auflegen und kurz schweigen.

Walter Frosch müsste im Himmel angerufen werden – aber für die WM-Kabine bräuchte es ihn dringend. Er würde schon beim Klingeln weggedrücken, weil er gerade die Zigarettenschachtel in den Stutzen stopfen muss. Mit Schnauzer und kompromissloser Grätsche wäre seine Ansage für die USA klar: „Julian, ich spiele nur, wenn die Freigrenze für Glimmstängel beim Zoll aufgehoben wird und die Raumdeckung verboten ist.” Klare Forderungen. Klare Prioritäten.

Christian Wörns erhält den Anruf auf dem Festnetz, weil er Smartphones misstraut. Der robuste Ex-Dortmunder würde sich erst beschweren, warum der Anruf so spät kommt – er hat schließlich schon 2006 Jürgen Klinsmanns Nominierungspolitik rasiert – und Julian dann erklären, dass eine Grätsche auf Höhe der Grasnarbe moderner ist als jedes Laptop-Datenblatt. Unrecht hat er nicht.

Ins Mittelfeld. Günter Netzer nimmt den Anruf in einer Luxuslimousine entgegen. Noch bevor Nagelsmann den Satz beenden kann: „Julian, hören Sie zu. Ich wechsle mich im WM-Finale einfach selbst ein und schieße das Siegtor. Sie können so lange meine Haare kämmen.” Unvermittelt. Effektiv. Typisch Netzer.

Lothar Matthäus wartet quasi seit Tagen neben dem Telefon. „Ein Nagelsmann muss wissen, dass ein Lothar Matthäus immer bereit ist”, würde er in der dritten Person in den Hörer diktieren – während im Hintergrund die Boulevardpresse bereits in der Warteschleife hängt. Unser Rekordnationalspieler, Weltfußballer 1990, Lautstärke inklusive. Die Nationalmannschaft hat Ruhigeres gesehen. Aber selten Entschlosseneres.

Sebastian Deisler. Bei „Basti Fantasti”, vielleicht dem größten deutschen Talent seiner Generation, würden wir uns alle wünschen, das Handy würde klingeln und er hätte einfach wieder Spaß am Kick. Er würde Julian charmant erklären, dass sein genialer rechter Fuß die Hitze von Texas auch ohne Taktiktafel regelt – und ohne den brutalen Mediendruck, der seine Karriere einst zermürbt hat. Dieser Anruf wäre der emotionalste der ganzen Liste.

Dariusz Wosz hebt ab und dribbelt gedanklich schon im Telefonat drei Gegenspieler auf dem Bierdeckel schwindelig. Die „Zaubermaus” würde Nagelsmann vorschlagen, das Mittelfeld in den USA komplett alleine zu schmeißen – solange die Frisur im Fahrtwind von Los Angeles sitzt. Klingt selbstbewusst. Für den VfL Bochum hat er das jahrelang so gemacht.

Philipp Lahm hebt beim ersten Klingeln ab, spricht druckreif in sein Headset und erklärt Nagelsmann in einem zweistündigen Monolog die perfekte taktische Raumaufteilung für Nordamerika – ohne einmal das Wort „Foul” zu benutzen. Julian legt auf. Merkt erst danach, dass Lahm sich gerade selbst zum Teamchef nominiert hat.

Und der Sturm. Lukas Podolski – „Hi Julian, hör mal!” – fragt gar nicht erst nach Taktik oder System. Er packt den linken Hammer aus, verspricht pure Emotion statt grauer Theorie und möchte wissen, ob er im WM-Quartier eine Döner- und Eisbude für die Jungs eröffnen darf. Klingt absurd. Wäre aber mit Abstand die beliebteste Einrichtung im Trainingslager.

Miro Klose meldet sich extrem höflich. Er verspricht absolute Fairness, bedingungslose Kopfballstärke im gegnerischen Fünfmeterraum und garantiert, dass er für jeden Treffer in Übersee den originalen Salto-Jubel reaktiviert – vorausgesetzt, die Physios flicken ihn danach wieder zusammen. Deutschlands Rekordtorschütze. Immer verfügbar. Immer fair. Immer gefährlich.

Carsten Jancker macht keine langen Worte. „Ich stell mich einfach vorne rein und schiebe die amerikanischen Verteidiger mitsamt der Torstange ins Netz. Ruf an, wenn die Bullen gebraucht werden.” Das DFB-Sturmproblem – gelöst. Zumindest der Strafraum-Physik nach.

Rudi Völler meldet sich mit einem charmanten Seufzer. Mit seinen ikonischen Locken und dem unnachahmlichen Torinstinkt erklärt er seinem Nach-Nach-Nachfolger: „Du Julian, ich sitz hier eh schon als Sportdirektor auf der Bank. Wenn es vorne klemmt, zieh ich mir einfach kurz das Trikot drüber und mach den Rudi. Aber wehe, einer bringt Waldi Hartmann mit.” Sportdirektor, Legende, Notfallstürmer. Einer für alles.

Das Torwart-Theater: Manuel Neuer und der Guildo-Horn-Effekt

Hinter den Kulissen brodelt die Keeper-Frage. Packt Nagelsmann doch noch Manuel Neuer ins Flugzeug? Sportlich eine monumentale Entscheidung – popkulturell betrachtet ein klarer Fall.

Ein Vergleich aus der Unterhaltungsbranche: Neuer jetzt noch als Nummer eins mitzunehmen wäre in etwa so, als würde der NDR offiziell Lena Meyer-Landrut das volle Vertrauen für den Eurovision Song Contest aussprechen. Sie macht die komplette Vorbereitung mit, singt sich in den Proben die Seele aus dem Leib – und am Abend des Finales schickt man doch Guildo Horn im Seidenkostüm auf die Bühne, weil „er das Ding damals halt auch irgendwie gerockt hat.”

Marc-André ter Stegen dürfte in diesem Szenario die Rolle der frustrierten Background-Sängerin übernehmen. Für das Publikum wäre es großartig. Für den Bundestrainer vor den Mikrofonen eher weniger.

Nagelsmann hat 60 Telefonate vor sich. Die meisten werden professionell, korrekt und erwartbar verlaufen. Schade eigentlich. Denn ein Anruf bei Lothar, Poldi oder Günter Netzer würde zumindest dafür sorgen, dass die Pressekonferenz zur Kadernominierung endlich wieder sehenswert ist. Die Nationalmannschaft bei der WM 2026 braucht Qualität – keine Frage. Aber ein bisschen Ascheplatz-Romantik täte dem ganzen Laden gut.

 

Dennis Buchbauer

Hi, ich bin Dennis – Experte für Predictive Analytics und Sportwetten. Seit über 10 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und der Frage, wie sich Daten in fundierte Vorhersagen verwandeln lassen. Auf Wette.de bin ich für die Testberichte sowie die Sportwetten-Strategien zuständig. Jeden Wettanbieter teste ich aus echter Spielersicht – ich schaue mir nicht nur die Webseite an, sondern wette tatsächlich selbst. Mein Hintergrund in Consumer Behavior Prediction und Event Forecasting fließt dabei direkt in meine Analysen und Wetttipps ein.