Gnabry zeigt Nagelsmann: Ich bin WM-reif
So macht Gnabry richtig Spaß und kann auf dem DFB weiterhelfen. Musialas Mitnahme ist natürlich Pflicht – gut, dass es nichts Ernstes ist!

Serge Gnabry, 25. Minute, 3:0. Stehender Ovationsapplaus im Stadio di Bergamo – und irgendwo in München schaut Julian Nagelsmann zu. Der Bundestrainer hat zuletzt offen über „unpopuläre Entscheidungen” und klare „Rollenprofile” im WM-Kader gesprochen. Gnabry spielt gerade genau das durch, was Nagelsmann dabei im Kopf hat.
Flexibel auf dem Flügel, einsetzbar auf der Zehn, torgefährlich aus dem Stand. Sein Treffer in Bergamo war sein 100. Pflichtspiel-Scorer für Bayern – kein Zufall, sondern Beleg für eine Konstanz, die nach einem Formtief Ende 2025 kurz in Frage stand. Die Halbzeit-Auswechslung? Geschenkt. Er hatte zu dem Zeitpunkt bereits alles gesagt, was er sagen wollte. LIGABlatt gab ihm eine 1,5. Besser geht es kaum.
Für die Nationalmannschaft und Deutschland WM 2026 ist das ein echter Fingerzeig. Nagelsmann braucht keinen weiteren Zehner, der das Spiel verwaltet. Er braucht jemanden, der eine Partie in zehn Minuten entscheiden kann. Gnabry kann das.
Musiala: 100. Scorer, dann Schrecksekunde – und nun?
Jamal Musiala kommt in der Halbzeit für Gnabry – und trifft in der 67. Minute zum 6:0. Sein 100. Scorerpunkt für den FC Bayern. Ein Jubiläum, das zu ihm passt: still, effizient, bedeutsam.
Dann, 87. Minute: Musiala knickt nach einem Offensivlauf unglücklich mit dem Knöchel um. Das Wechselkontingent ist erschöpft. Bayern beendet die Partie de facto in Unterzahl, Musiala humpelt vom Platz. Die Bilder sind unangenehm anzusehen – besonders für alle, die seinen Wadenbeinbruch vom Sommer 2025 noch in Erinnerung haben.
Sportvorstand Max Eberl beruhigt danach: „Eher eine Vorsichtsmaßnahme. Nichts Dramatisches.” Leichte Dehnung, kein struktureller Schaden. Gut. Trotzdem: Für die März-Länderspiele der Nationalmannschaft gegen die Schweiz und Ghana ist Musialas Einsatz leicht gefährdet. Nagelsmann wird bei seinem wichtigsten Offensivspieler kein Risiko eingehen – das wäre kurz vor der WM 2026 schlicht unverantwortlich.
Die gute Nachricht: Es hat nichts gerissen. Musiala reist wohl an, spielt vielleicht nicht von Beginn an. Für das DFB-Team wäre sein Fehlen – selbst für 90 Minuten – ein spürbarer Unterschied. Manche Spieler ersetze man. Ihn nicht.