Musiala findet sich wieder besser zurecht – eine Absage der WM wäre für ihn total unsinnig. Die Verletzung von Serge Gnabry ist nicht nur für ihn persönlich bitter. Mit seiner Erfahrung und in der aktuellen Form wäre er eine massive Hilfe für Nagelsmann. Mit der prognostizierten Ausfallzeit wird das Turnier für ihn quasi unmöglich.
Gnabry-Ausfall trifft Nagelsmann im falschen Moment
Ein Adduktorenausriss. Ausgerechnet jetzt. Serge Gnabry, eingeplant für das vertikale Spiel der Deutschen in Nordamerika, wird beim Turnier fehlen. Die Ausfallzeit von bis zu vier Monaten macht eine Teilnahme an der WM 2026 nahezu unmöglich – das ist kein Pessimismus, das ist Mathematik.
Für Julian Nagelsmann ist das ein echter Rückschlag. Gnabry war in dieser Bundesliga-Saison konstant, zuverlässig, erfahren. Genau die Kombination, die man bei einem Turnier braucht, wenn es heiß wird. Wer springt jetzt ein? Leroy Sané bringt internationale Klasse mit – aber auch die Formkurve, die gerade niemanden vom Hocker reißt. Chris Führich ist der Aufsteiger der Saison, jung, explosiv, hungrig. Ob das für eine Hauptrolle bei einer WM reicht, wird sich zeigen.
Nagelsmann hat keine einfache Wahl. Beide Optionen haben Lücken, die Gnabry nicht hätte.
Musiala im Aufbau, BVB-Duo unter Druck – die WM-Form stimmt noch nicht überall
Das Gute zuerst: Jamal Musiala ist zurück. Zum zweiten Mal in Folge stand er in der Startelf, das Wadenbein hält. Die Leichtigkeit, die ihn vor der Verletzung ausgezeichnet hat, fehlt noch – aber die Richtung stimmt. Nagelsmann wird ihn behutsam aufbauen müssen. Volle 90 Minuten in jedem verbleibenden Bundesligaspiel? Wäre fahrlässig. Ein Rückfall jetzt wäre ein Albtraum, den sich niemand beim DFB ausmalen will.
Weniger entspannt ist die Lage in Dortmund. Die 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim lieferte keine schönen Bilder für Niklas Süle und Nico Schlotterbeck. Süle verursachte den Handelfmeter, wirkte schwerfällig. Schlotterbeck leistete sich Stellungsfehler, die auf WM-Niveau teuer werden können. Beide wissen: Die Konkurrenz schläft nicht. Tah, Rüdiger, Anton – alle liefern gerade stabil ab. Der Platz im Kader für die Deutschland WM 2026 ist für die BVB-Fraktion alles andere als sicher.
Sechs Wochen bis zum Turnier. Die Nationalmannschaft hat Substanz – das ist unbestritten. Aber Gnabry fehlt, Musiala findet sich noch, und die Abwehr hat Fragezeichen. Nagelsmann hat viel zu tun.