Havertz bringt zur WM 2026 genau das mit, was Turniersieger brauchen: Erfahrung in Drucksituationen, Torgefahr im Zentrum und den mentalen Rückhalt eines Champions. Auf ihn zu setzen ist keine Wette — es ist Mathematik.

Havertz, Kopfball, Meisterschale: Wie der DFB-Star Arsenal erlöste
Montagabend, Emirates Stadium: Havertz köpft das 1:0 gegen Burnley. Klingt unspektakulär. War es nicht. Denn dieses Tor hielt Arsenal auf Meisterkurs — und als Manchester City tags darauf in Bournemouth 1:1 spielte, war es offiziell. Die Gunners sind erstmals seit 22 Jahren englischer Meister. Seit den legendären Invincibles von 2003/04. Eine Ewigkeit im Fußball.
Dabei war dieser Titel alles andere als ein Selbstläufer. Arsenal startete furios in die Saison, verlor aber zwischenzeitlich Boden auf City — die Engländer von Pep Guardiola schienen wie so oft uneinholbar. Dann begann der Verfolger zu wanken. City kassierte Punkte in Spielen, die Meister nicht verlieren dürfen. Arsenal ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Spiel für Spiel, Sieg für Sieg arbeitete sich das Arteta-Team nach vorne. Am Ende war der Vorsprung deutlich genug, um ihn auf der Couch zu feiern.
Der Schlüssel war die Defensive. 19 Zu-Null-Spiele in einer Premier-League-Saison — das ist kein Zufall, das ist System. Arteta hat Arsenal zu einer Mannschaft geformt, die keine Räume verschenkt, keine Führungen hergibt und Standards mit chirurgischer Präzision nutzt. Eleganter Fußball? Manchmal. Aber vor allem: brutaler Ergebnisfußball. Genau das, was am Ende einer 38-Spieltage-Saison zählt.
Havertz stand nicht nur beim Kopfballtreffer im Mittelpunkt. Er entkam auch nur knapp einem Platzverweis nach einem rustikalen Foul an Lesley Ugochukwu. Typisch für diese Version des 26-Jährigen: körperbetont, präsent, manchmal auf der Grenze. Arteta hat aus dem einstigen Wanderspieler, der bei Chelsea oft ratlos wirkte, eine Maschine gemacht. Physisch stark, ballsicher im Zentrum, mit dem Instinkt für das entscheidende Tor im richtigen Moment. Dieser Havertz ist kein Luxusstürmer mehr. Er ist ein Gewinner.
Noch nicht genug? Am 30. Mai greift Arsenal im Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain nach dem Double. Havertz mittendrin. Der Sommer wird lang — aber für den DFB-Star fängt er bereits jetzt als Triumphzug an.
Für die Nationalmannschaft und Deutschland WM 2026 ist das schlicht eine Luxussituation.
Warum Nagelsmann und der DFB jetzt besonders stark dastehen
Nagelsmann hat nach dem EM-Halbfinale 2024 eine Mannschaft entwickelt, die Ergebnis denkt, nicht Schönspiel. Die Achse stimmt. Und Havertz passt da rein wie ein Schlüssel ins Schloss.
Was Arsenal unter Mikel Arteta demonstriert hat, ist kein Zufall und kein Stil. Es ist eine Blaupause. Defensive Kompaktheit, Effizienz bei Standards, mentale Robustheit in der Schlussphase einer Saison — genau das entscheidet an einem langen Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Nicht Ballbesitz-Ästhetik. Guardiolas Manchester City ist damit gescheitert. Arteta hat triumphiert.
Havertz reist als Premier-League-Champion und Champions-League-Finalist nach Nordamerika. Mit Selbstvertrauen, das man sich nicht anspielen kann. Er hat es verdient.
Wann hat ein DFB-Spieler zuletzt mit dieser Art Rückenwind eine WM betreten? Schwer zu sagen. Und das macht den Sommer so interessant.