Deniz Undav trifft, liefert und gehört aktuell zu den formstärksten deutschen Stürmern. Woche für Woche überzeugt er beim VfB Stuttgart mit Effizienz, Spielintelligenz und Abschlussstärke. Trotzdem bleibt er unter Julian Nagelsmann im DFB-Team oft nur zweite Wahl.
Während rund um seine Leistungen immer mehr Aufmerksamkeit entsteht, wirkt es beim Bundestrainer eher zurückhaltend. Statt RUNdav fühlt es sich aktuell eher nach HUNDav an. Doch woran liegt das wirklich?
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Undav trifft im Verein alles, im DFB-Team trifft ihn eher die Bank. Irgendwo zwischen HUNDav und Hoffnung liegt aktuell seine Rolle.
Sportwettenexperte & Autor
Undav liefert – aber bekommt nicht das Vertrauen
Beim VfB Stuttgart gehört Deniz Undav zu den absoluten Leistungsträgern. Er ist nicht nur ein reiner Abschlussspieler, sondern auch im Kombinationsspiel eingebunden, arbeitet gegen den Ball und bringt eine gewisse Ruhe ins letzte Drittel. Tore, Assists, Übersicht – alles passt. Genau dieser Spielertyp fehlt der Nationalmannschaft eigentlich seit Jahren. Ein Stürmer, der nicht nur Räume öffnet, sondern sie auch konsequent nutzt. Umso überraschender ist es, dass Nagelsmann weiterhin auf andere Optionen setzt – selbst dann, wenn diese aktuell weniger effizient auftreten. Die Frage stellt sich automatisch: Was muss Undav noch tun, um sich festzuspielen?Nagelsmann setzt auf System statt Form
Ein möglicher Grund liegt im System. Nagelsmann bevorzugt flexible Offensivspieler, die viel rochieren, sich fallen lassen und aktiv ins Aufbauspiel eingebunden sind. Positionswechsel, Dynamik, Pressing – das sind zentrale Elemente seiner Idee. Undav ist dagegen ein anderer Spielertyp. Klarer im Abschluss, direkter im Strafraum, weniger verspielt, dafür aber extrem effizient. Genau das, was Deutschland lange gesucht hat, aber offenbar nicht konsequent einsetzt. Stattdessen setzt der Bundestrainer häufig auf Spieler, die besser ins taktische Konzept passen – auch wenn sie aktuell nicht die gleiche Form mitbringen. Das wirkt nach außen widersprüchlich, folgt intern aber einer klaren Linie.Form vs. Philosophie – das eigentliche Problem
Hier prallen zwei Ansätze aufeinander: Auf der einen Seite ein Stürmer in absoluter Topform, auf der anderen ein Trainer mit einer klar definierten Spielidee. Für viele Beobachter ist die Sache eindeutig. Leistung sollte den Ausschlag geben. Doch Nagelsmann denkt langfristiger. Für ihn zählt nicht nur die aktuelle Form, sondern auch die Frage, wie gut ein Spieler ins Gesamtsystem passt. Das kann dazu führen, dass ein informierter Spieler wie Undav hinten ansteht – zumindest vorerst. Genau hier entsteht die Diskussion. Denn gerade in engen Spielen könnte ein klassischer Finisher wie Undav den Unterschied machen – ein Spielertyp, der Chancen nicht braucht, sondern nutzt.Zwischen HUNDav, WUNDav und Hoffnung
Dass die Situation mittlerweile auch mit einem Augenzwinkern gesehen wird, zeigt sich an den Wortspielen rund um seinen Namen. HUNDav steht für die Kritik an seiner Rolle, WUNDav für die Frage, wie sehr ihn das aktuell trifft und irgendwo dazwischen bleibt die Hoffnung, dass sich seine Rolle bald verändert. Denn klar ist: Die Leistung stimmt. Und genau das macht die Situation so spannend.Chance bei den nächsten Spielen?
Die kommenden Länderspiele könnten zur echten Bewährungsprobe werden. Sollte Undav weiterhin treffen und sich auf Klubebene auf Topniveau präsentieren, wird der Druck auf Nagelsmann automatisch wachsen. Am Ende hängt vieles nicht mehr vom Stürmer selbst ab, sondern vom Vertrauen des Trainers. Und genau das ist aktuell der entscheidende Punkt. Ob aus HUNDav doch noch RUNdav wird, ist deshalb weniger eine Frage der Form – sondern eine Frage der Entscheidung.