FIFA hält an Mexiko fest – trotz Eskalation nach El Menchos Tod
Die Situation in Mexiko vor dem WM bleibt spannend. Ein Einfluss auf den DFB ist momentan wenig wahrscheinlich. Infantino bleibt seiner Rolle als Unsympath in dem Szenario treu.

Am 22. Februar wurde Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho”, Anführer des CJNG-Kartells, getötet. Was folgte, war keine Ruhe. Es war das Gegenteil. In Teilen Mexikos brachen Unruhen aus, die mexikanische Liga setzte Spiele aus, und ein Testspiel der mexikanischen Nationalelf gegen Island fand nur unter Militäreschutz statt – Panzerfahrzeuge inklusive.
Guadalajara, Heimat des Estadio Akron, gilt als Epizentrum. Die Region Jalisco ist das Stammterritorium des CJNG. Die Regierung hat 10.000 Soldaten entsandt. Teilweise gilt die rote Alarmstufe. Und trotzdem: Die FIFA hält an allen 13 WM-Spielen in Mexiko-Stadt, Monterrey und Guadalajara fest. Gianni Infantino demonstriert Gelassenheit, die viele für gespielt halten.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum verspricht „null Risiko” für WM-Besucher. Sicherheitsexperten nennen das, freundlich ausgedrückt, eine Beschönigung. Weniger freundlich: eine gefährliche Lüge. Denn die realen Risiken liegen nicht nur in direkter Gewalt – Kartellreste könnten gezielt Infrastruktur stören. Flughäfen. Zufahrtsstraßen. Genau die Wege, die Fans und Teams brauchen.
DFB-Team spielt nicht in Mexiko – vorerst
Für die deutsche Nationalmannschaft gilt zunächst: Entwarnung. Nagelsmanns Team bestreitet alle drei Gruppenspiele der WM 2026 in den USA und Kanada – Houston, East Rutherford, Toronto. Das Basecamp liegt in North Carolina. Mexiko ist in der Gruppenphase kein Thema.
Erst ab dem Sechzehntelfinale könnte das DFB-Team in Mexiko spielen. Abhängig davon, wie Deutschland die Gruppe E abschließt. Ob die Sicherheitslage bis dahin – Sommer 2026 – stabil ist, weiß niemand. Der DFB zeigt sich „alarmiert” und steht täglich im Austausch mit dem Auswärtigen Amt. Das ist das Mindeste.
Was bleibt, ist ein unbehagliches Bild. Eine FIFA, die Warnzeichen wegmoderiert. Ein Gastgeberland, das strukturelle Sicherheitsprobleme mit PR-Formeln überkleistert. Und ein Turnier, das in wenigen Monaten das größte Fußballereignis der Welt sein soll – mit Panzern vor den Stadien als Kulisse. Deutschland muss sich aktuell keine Sorgen machen. Aber der Sommer wird lang.