Die Schweiz hatte 94 Minuten lang ein Spiel unter Kontrolle, das sie gewinnen sollte. Dann kam die 95. Minute. Und Miro Muheim. Und ein Eigentor, das in den Schweizer Fußball-Geschichtsbüchern nicht gut wegkommen wird.
Die Schweiz war die bessere Mannschaft. Klarer. Aber was nützt das, wenn man Chancen liegen lässt und dann in der 95. Minute das eigene Tor macht? Das ist kein Pech. Das ist mangelnde Konzentration bis zum Abpfiff. Katar freut sich über seinen ersten WM-Punkt. Ich würde mich an Stelle der Schweiz schämen.
Embolo trifft – Schweiz führt verdient
Breel Embolo verwandelte in der 17. Minute einen Elfmeter zur 1:0-Führung. Verdient. Die Schweiz spielte klarer, hatte mehr Chancen, war näher am zweiten Tor als Katar am ersten. Die Mittagshitze von Santa Clara störte Katar mehr als die Eidgenossen – zumindest bis zur 95. Minute.
Chancenwucher und das böse Erwachen
Was die Schweiz versäumte: Ein zweites Tor. Ein drittes. Das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Stattdessen betrieb man Chancenwucher auf höchstem Niveau und wartete, dass der Schlusspfiff das Ergebnis einfriert. Der Schlusspfiff kam. Aber vorher kam die 95. Minute. Muheims Kopfball in die falsche Richtung, Katar jubelt über 1:1, und ein ganzes Land freut sich über den ersten WM-Punkt seiner Geschichte.
Katar – erster WM-Punkt ever
Man muss das einordnen: Katar war 2022 im eigenen Land bereits in der Vorrunde ausgeschieden – ohne einen einzigen Sieg, mit nur einem Punkt aus drei Spielen. Jetzt, beim ersten Auswärts-WM-Turnier: 1:1 gegen die Schweiz. Das Gastgeberland ist besser als sein Ruf. Die Schweiz ist schlechter als ihre Wettquoten vermuten ließen. Und Muheim hat einen langen Heimflug vor sich.