Hängepartie beendet, Mailand abgeblitzt: Ralf Rangnick bleibt Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft. Wie der ÖFB am Samstag in einer Pressemitteilung bekanntgab, hat der 67-Jährige seinen Vertrag vorzeitig verlängert – ausgerechnet wenige Tage vor Österreichs erstem WM-Spiel seit 28 Jahren.
Zuletzt war Rangnick intensiv mit dem AC Mailand in Verbindung gebracht worden und soll mit einem Wechsel in die Serie A durchaus geliebäugelt haben. Am Ende erhielt jedoch der ÖFB den Zuschlag: Der neue Kontrakt läuft bis 2028 – und damit bis nach der EM 2028. Der ÖFB-Aufsichtsrat sprach sich einstimmig für die Verlängerung aus.
Monatelange Gespräche, einstimmiges Votum
Der Einigung gingen mehrere Monate intensiver und vertrauensvoller Gespräche voraus. Sowohl Rangnick als auch Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll betonten in dieser Phase wiederholt den gegenseitigen Respekt, ein klares gemeinsames Verständnis und den Wunsch, die positive Entwicklung des Nationalteams nachhaltig fortzusetzen.
Pröll zeigte sich hocherfreut, den Fans kurz vor dem Turnierstart eine solche Nachricht präsentieren zu können, und sprach von einem wichtigen Signal der Geschlossenheit und gemeinsamer sportlicher Ziele. Vor allem für die Mannschaft sei die nun geschaffene Klarheit von großer Bedeutung. Seinen ausdrücklichen Dank richtete er an den Teamchef: Dass sich Rangnick für Österreich und sein Team entschieden habe, sei für ihn „eine echte Herzensangelegenheit”.
Klarheit vor dem historischen Auftakt
Die Vertragsfrage ist damit rechtzeitig vor einem historischen Sommer vom Tisch: Österreich kehrt erstmals seit 1998 auf die WM-Bühne zurück. In Gruppe J trifft das Team auf Titelverteidiger Argentinien um Superstar Lionel Messi, auf Algerien und auf WM-Debütant Jordanien.
Den Auftakt macht die ÖFB-Auswahl am 17. Juni um 06:00 Uhr MESZ (Ortszeit am späten 16. Juni) gegen Jordanien in der Bay Area bei San Francisco. Anschließend folgt am 22. Juni das Topspiel gegen Argentinien in Dallas, ehe am 27. Juni in Kansas City das abschließende Gruppenspiel gegen Algerien steigt.
Rangnick, der das Amt 2022 übernommen und Österreich mit seinem pressingintensiven Stil durch die Qualifikation geführt hatte, kann sich nun voll auf das Turnier konzentrieren. Die Zukunftsdebatte um den Teamchef ist vor dem ersten Anstoß beantwortet – das Projekt geht über die WM hinaus weiter.