Der Mix aus Jung und Alt wird’s bei der WM machen. Viel Potenzial bei den Youngsters aktuell, aber weniger überzeugen richtig.

Wirtz und Musiala: Die zwei, auf die es ankommt
Florian Wirtz ist in England angekommen. Wirklich angekommen. Er lenkt das Liverpool-Mittelfeld, trifft, legt auf, entscheidet Spiele. Im Januar: bester Liverpool-Spieler des Monats. Wer das vor einem Jahr noch bezweifelt hat, darf das jetzt gerne still für sich behalten.
Jamal Musiala baut sich gerade zurück – aber zügig. Fünf Einsätze, meist unter 30 Minuten, und trotzdem: Treffer gegen Leipzig beim Comeback, Vorlage gegen Hoffenheim, Tor gegen PSV in der Champions League. Musiala braucht keinen langen Anlauf. Er braucht Spielzeit. Die bekommt er gerade. Gut so.
Pavlovic überzeugt – Ouédraogo ein Fragezeichen
Aleksandar Pavlovic, 21 Jahre, spielt bei Bayern durch. Nicht aus der Not heraus – sondern weil er liefert. Ruhig, zweikampfstark, überraschend abgeklärt für sein Alter. Verletzungsanfällig, das stimmt. Aber wenn er fit bleibt, ist er für Nagelsmann gesetzt.
Anders bei Assan Ouédraogo. Der 19-Jährige startete stark in die Saison – viele Scorer-Punkte als Stürmer bei Leipzig, echte Argumente für eine DFB-Nominierung. Dann kam November, eine Verletzung, ein Rückfall, kein Rückkehrdatum. Schade. Mehr lässt sich gerade nicht sagen.
Und Lennart Karl, 17, steckt in seinem ersten Formtief. Ein unglücklicher Auftritt gegen Werder, ein Übersteiger, der im Netz die Runde machte – er zeigte sich danach selbstkritisch, Eberl stellte sich öffentlich hinter ihn. „Säule der Zukunft” war das Wort. Klingt groß für einen 17-Jährigen. Aber wenn er gesund bleibt, fährt er zur WM. Da sollte niemand drüber diskutieren.
Deutschland 2026 ist kein Selbstläufer. Aber mit Wirtz in dieser Form und Musiala auf dem Weg zurück hat die Nationalmannschaft im Mittelfeld etwas, das sich sehen lassen kann. Nagelsmann weiß das. Jetzt müssen die Körper mitspielen.