Ein Stürmer, der beim Aufwärmen ausgepfiffen wird, hat in diesem Stadion keine Zukunft mehr. Atlético kann Álvarez juristisch halten, sportlich bringt das nichts. Und je näher der 1. September rückt, desto stärker sinkt der Preis, den Arsenal am Ende zahlen muss.

Pfiffe beim Aufwärmen, Pfiffe nach der Einwechslung
Sonntagnachmittag, Metropolitano, 2:2 gegen Villarreal. Julián Álvarez saß zunächst draußen. Schon beim Aufwärmen prasselten die Pfiffe auf ihn nieder, obwohl die Ränge noch nicht einmal voll waren. Nach seiner Einwechslung in der 66. Minute wiederholte sich das Ganze.
Nach dem Schlusspfiff ging der Argentinier nicht mit der Mannschaft zur Kurve, sondern direkt in die Katakomben. Das sei eine Entscheidung des Vereins gewesen, erklärte Diego Simeone anschließend. Der Trainer wählte danach Worte, die man auch als Botschaft an die Kabine lesen kann: Wer Titel gewinnen wolle, müsse geschlossen auftreten.
Schon beim Ligastart gegen Málaga hatte es Pfiffe und feindselige Gesänge gegeben – da stand Álvarez nicht einmal im Kader. Der Hintergrund ist bekannt: Der Weltmeister von 2022 will zum FC Barcelona, Atlético blockiert einen Verkauf an den Ligarivalen. Ein katalanisches Gebot über 100 Millionen Euro lehnten die Rojiblancos ab.
Der Gyökeres-Deal: Was wirklich berichtet wird
Genau hier kommt Arsenal ins Spiel. Mehrere spanische und englische Medien berichten übereinstimmend, die Gunners seien bereit, Viktor Gyökeres in ein Paket einzubauen. Die spanische SPORT beziffert den zusätzlichen Barbetrag auf rund 80 Millionen Euro und schreibt, Atlético betrachte London als bevorzugte Lösung.
Vorsicht bei den Zahlen. Andere Berichte nennen 68,5 Millionen Pfund, im Juli kursierten 50 Millionen Euro, und Goal meldete ein Erstangebot von 103 Millionen Pfund plus Boni bei einer Forderung von 129 Millionen. Bestätigt hat keiner der beiden Klubs irgendetwas. Laut Fabrizio Romano fragte Arsenal bei Atléticos Sportdirektor Mateu Alemany lediglich die Bedingungen ab.
Für Atlético hätte der Tausch trotzdem Logik. Alexander Sørloth fällt verletzt aus, ein Ersatzstürmer muss her, und Andrea Berta holte Gyökeres vor einem Jahr selbst nach London – nachdem er zuvor in Madrid gearbeitet hatte. Der Schwede traf 21-mal in seiner Debütsaison, saß gegen Coventry aber 90 Minuten auf der Bank.
Ein Problem bleibt. Álvarez will laut Mundo Deportivo weiterhin nur nach Barcelona. Und in dieser Frage entscheidet am Ende er.