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Curtis Jones zu Inter: 30 Millionen und zehn Prozent für Liverpool

Dennis Buchbauer
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Sechzehn Jahre Liverpool, dann ein Anruf aus Mailand: Curtis Jones verlässt den Verein, bei dem er mit neun Jahren angefangen hat, und unterschreibt bei Inter. Der italienische Meisterschaftsanwärter hat den Deal am Freitag offiziell gemacht, die Ablöse liegt bei rund 30 Millionen Pfund.

Der 25-Jährige bekommt einen Fünfjahresvertrag und ein Gehalt, das ihn in Mailand in die oberen Ränge der Gehaltsliste spült. Für Liverpool ist es ein Verkauf, der weniger nach Ausmisten und mehr nach kalkuliertem Kassemachen aussieht – inklusive einer Weiterverkaufsbeteiligung, die im Vertrag steht.

Wenn ein Klub bei einem Eigengewächs auf zehn Prozent Weiterverkaufsbeteiligung besteht, glaubt er selbst nicht daran, dass der Spieler fertig entwickelt ist. Liverpool verkauft hier nicht Ballast, sondern Potenzial – und sichert sich die zweite Rate gleich mit.

Sportwettenexperte & Autor
Dennis Buchbauer

Die Zahlen hinter dem Wechsel

Inter überweist eine Fixablöse von rund 25,7 Millionen Pfund, dazu kommen Bonuszahlungen von etwa 4,28 Millionen Pfund. In Euro gerechnet landet das Gesamtpaket bei ungefähr 35 Millionen. Liverpool hat zusätzlich eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent durchgesetzt: Verkauft Inter Jones später mit Gewinn, kassiert Anfield noch einmal mit.

Jones’ neuer Vertrag läuft über fünf Jahre. Sein Wochensalär soll bei rund 105.000 Pfund brutto liegen – deutlich mehr, als er an der Merseyside verdient hat. Für einen Spieler, der in Liverpool zuletzt vor allem Rotationsoptionen ausfüllte und selten über volle 90 Minuten kam, ist das ein klarer sportlicher wie finanzieller Aufstieg.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Das Transferfenster schließt in den europäischen Topligen am 1. September, Liverpool hätte also noch Spielraum gehabt, den Preis hochzutreiben. Dass der Klub zugeschlagen hat, spricht dafür, dass beide Seiten die Sache schnell und geräuschlos abhaken wollten.

Warum Inter genau diesen Spieler wollte

Der Transfer sagt auch etwas über Inters Kaderplanung. Der Klub hat in den vergangenen Jahren vor allem auf ablösefreie Erfahrung gesetzt und dabei ein Mittelfeld aufgebaut, dessen Altersschnitt langsam zum Risiko wird. Jones ist der Gegenentwurf: ein Spieler mit Marktwert, der bei einem späteren Verkauf Geld einbringt statt nur Gehalt zu kosten.

Jones ist kein klassischer Sechser und kein reiner Achter, sondern etwas dazwischen: ballsicher auf engem Raum, ordentlich im Gegenpressing, technisch sauber genug für den italienischen Aufbau. Genau dieses Profil sucht Inter seit längerem, um das Mittelfeld unter der Last einer Dreifachbelastung durchrotieren zu können, ohne dass die Spielidee bricht.

Dazu kommt das Alter. Mit 25 ist Jones kein Projekt mehr, aber auch kein Spieler, dessen Kurve schon abflacht. Inter kauft die kommenden fünf Jahre eines Profis, der in der Premier League gross geworden ist und internationale Abende kennt – ein Argument, das in Mailand traditionell schwer wiegt.

Und es gibt einen Nebeneffekt, den man in Italien gern verschweigt: Jones ist Engländer, und die Serie A ist zuletzt bei englischen Profis nicht gerade die erste Adresse gewesen. Ein Transfer dieser Grössenordnung ist auch ein Signal an den Markt, dass Inter bei der Konkurrenz um Premier-League-Spieler wieder mitbietet.

Was das für Liverpool und den Wettmarkt bedeutet

Für Jones selbst ist der Wechsel vor allem eine Frage der Spielzeit. In Liverpool stand er in einem Mittelfeld, in dem regelmässig vier bis fünf Spieler um zwei Positionen konkurrierten. In Mailand kommt er in eine Rolle, die auf ihn zugeschnitten sein soll – das ist der eigentliche Grund, warum Spieler dieses Kalibers die Premier League verlassen.

Für Liverpool ist der Abgang doppelt zu lesen. Sportlich verliert der Klub Tiefe im Zentrum, gerade in einer Saison, in der Verletzungspech im Mittelfeld schnell zum Problem wird. Wirtschaftlich verbucht Liverpool einen fast reinen Gewinn, weil bei einem Eigengewächs keine Restbuchwerte abgeschrieben werden müssen. Solche Deals halten die Financial-Fairplay-Rechnung sauber – und finanzieren im Zweifel den nächsten Einkauf vor dem 1. September.

Aus Wettsicht ist vor allem interessant, wie die Buchmacher Inter in der Serie A bewerten. Ein zusätzlicher Mittelfeldspieler mit Premier-League-Robustheit verändert die Meisterquoten nicht dramatisch, stabilisiert aber die Erwartung an die Inter-Leistungskurve über eine lange Saison. Wer auf Titelmärkte schaut, sollte weniger auf den Namen als auf die Kadertiefe achten: Genau dort entscheiden sich italienische Meisterschaften im Frühjahr regelmässig.

Spannender könnten die Spielermärkte werden. Jones hat in Liverpool selten die Freiheiten bekommen, die ein offensiver Achter in Italien geniesst. Kommt er in Mailand höher zum Stehen, sind Torschützenmärkte und Assist-Quoten bei ihm in den ersten Monaten möglicherweise noch nicht korrekt eingepreist – ein Feld, das erfahrungsgemäss erst nach zehn bis fünfzehn Pflichtspielen sauber justiert wird.

Dennis Buchbauer

Hi, ich bin Dennis – Experte für Predictive Analytics und Sportwetten. Seit über 10 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und der Frage, wie sich Daten in fundierte Vorhersagen verwandeln lassen. Auf Wette.de bin ich für die Testberichte sowie die Sportwetten-Strategien zuständig. Jeden Wettanbieter teste ich aus echter Spielersicht – ich schaue mir nicht nur die Webseite an, sondern wette tatsächlich selbst. Mein Hintergrund in Consumer Behavior Prediction und Event Forecasting fließt dabei direkt in meine Analysen und Wetttipps ein.