Das erwartete Defensiv-Parken blieb aus – beide Teams lieferten phasenweise wirklich gutes Champions-League-Kino. Aber gegen Bayern oder PSG werden sie deutlich schlechter aussehen.

Gyökeres trifft, Alvarez antwortet – Arsenal hält dagegen
Viktor Gyökeres verwandelte in der 43. Minute einen Elfmeter eiskalt – kein Zögern, keine Geste Richtung Kurve, einfach rein. Arsenal hatte die erste Halbzeit im Griff. Hohes Pressing, kluge Staffelungen, über 60 Prozent Ballbesitz. Mikel Artetas System lief.
Die zweite Hälfte gehörte dem Metropolitano. Diego Simeone stellte auf ein aggressiveres 4-4-2 um, die 70.000 im Stadion machten den Rest. Julian Alvarez glich per Strafstoß aus (56.), Atletico drängte auf mehr. Lookman und Molina hatten den Siegtreffer auf dem Fuß. Den Gunners fehlte die Kaltschnäuzigkeit, die sie in der ersten Halbzeit noch so selbstverständlich ausgestrahlt hatten.
Offen, aber nicht gleich – das Rückspiel im Emirates entscheidet alles
Ohne Auswärtstorregel beginnt das Rückspiel am 5. Mai faktisch bei null. Arsenal ist im heimischen Emirates in dieser Champions-League-Saison noch ungeschlagen. Das ist kein Zufall, das ist Programm. Kapitän Martin Ødegaard mahnte nach dem Abpfiff die Chancenverwertung an – zu Recht, denn die Gunners hätten das Spiel früher entscheiden können.
Havertz fehlte in Madrid – aus welchem Grund auch immer. Im Rückspiel dürfte Arteta kaum auf ihn verzichten wollen. London braucht einen Stürmer, der Spiele entscheidet.
Was bleibt: ein offenes Halbfinale, ein gutklassiges Hinspiel – und die nüchterne Erkenntnis, dass die andere Seite des Brackets eine andere Liga ist. PSG hat Bayern 5:4 aus dem Wettbewerb geworfen. Fünf Tore in einem Champions-League-Halbfinale schießen, und trotzdem zittern müssen. Wer im Finale auf dieses PSG trifft – ob Arsenal oder Atletico – wird eine Antwort brauchen, die heute Abend im Metropolitano noch niemand hatte.