Magdeburg hat vier Gegentore kassiert, bevor überhaupt jemand in Unterzahl war. Wer die Rote Karte als Erklärung anführt, hat die ersten dreißig Minuten nicht gesehen.

4:0 zur Pause: Magdeburgs Abwehr ohne Zugriff
28.508 Zuschauer, Samstagmittag, Saisonstart. Die Stimmung in der Avnet Arena hielt genau fünfzehn Minuten. Dann eroberte Max Marie im Mittelfeld den Ball, legte nach rechts auf Aaron Opoku, und der schob an Torwart Dominik Reimann vorbei ein.
Es blieb das Muster des Spiels. Wieder Ballgewinn im Zentrum, wieder Marie als Passgeber, wieder ein Braunschweiger allein vor Reimann: Jan Urbich traf in der 21. Minute, fünf Minuten später erneut. Der Neuzugang hatte im Zweitliga-Debüt für seinen Klub bereits einen Doppelpack auf dem Konto, ehe Magdeburg überhaupt zu einer nennenswerten Torchance kam.
Beim Stand von 0:3 sah Herbert Bockhorn in der 31. Minute Rot. Das Spiel war da längst entschieden. Mehmet Can Aydin verwandelte kurz vor der Pause noch einen Elfmeter zum 4:0 – ausgerechnet der Mann, der schon im Vorjahr das Siegtor in Magdeburg erzielt hatte.
Kornetkas Rekordstart, Sanders Baustelle
Nach dem Seitenwechsel wirkten die Gäste kurz unkonzentriert. Mateusz Zukowski nutzte einen Konter zum 1:4 (49.), Braunschweig antwortete quasi im Gegenzug: Samuele Di Benedetto traf aus dem Strafraum (50.), Florian Flick köpfte in der 61. Minute das 6:1. Zwischendurch vergab Zukowski die Chance auf den zweiten Magdeburger Treffer.
Für Lars Kornetka ist das ein Start, wie ihn ein Zweitligist selten hinlegt. Nach Sky-Angaben zog Braunschweig mit den höchsten Auftaktsiegen der jüngeren Zweitliga-Geschichte gleich – Paderborn und Fürth gewannen ihre Auftaktspiele jeweils 5:0. Die Eintracht führte die Tabelle nach dem Samstag an, und ihre drei neuen Offensivkräfte Urbich, Yann Sturm und Di Benedetto waren an vier Toren direkt beteiligt.
Für Petrik Sander liest sich derselbe Nachmittag wie eine Mängelliste. Vier Neuzugänge in der Startelf, zwei davon in der Innenverteidigung – und trotzdem eine Defensive ohne Ordnung. Am kommenden Wochenende muss der FCM in Osnabrück antreten, Braunschweig empfängt den VfL Bochum. Die Frage ist nur, welches der beiden Ergebnisse vom Samstag eine Momentaufnahme war.