Wolfsburg hat in vier Wochen mehr Geld ausgegeben als halbe Liga in einer Saison – und findet gegen einen kompakten FCK 90 Minuten lang keinen Weg. Genau daran scheitern Absteiger.

Torlose Premiere: Wolfsburg verpasst das Ausrufezeichen
25.489 Zuschauer, Flutlicht, Samstagabend. Die Kulisse in der Volkswagen Arena passte. Das Spiel des Gastgebers nicht. Nach dem ersten Abstieg der Klubgeschichte und 29 Jahren ununterbrochener Bundesliga wollte der VfL sein Zweitliga-Debüt am 8. August mit einem Statement eröffnen. Daraus wurde nichts.
Kaiserslautern setzte die ersten Nadelstiche. In der 7. Minute tauchte Naatan Skyttä frei vor dem Tor auf, Wolfsburg klärte in höchster Not auf der Linie. Sechs Minuten später köpfte Simon Asta aus kurzer Distanz über den Kasten – völlig unbedrängt. Der VfL wachte erst danach auf, blieb im letzten Drittel aber zu ungenau. Fabian Reese und Muhammed Damar probierten es aus der Distanz. FCK-Keeper Julian Krahl musste kaum eingreifen.
Strobls Dominanzfußball bleibt vorerst Theorie
Nach der Pause kippte die Partie wieder Richtung Pfalz. Skyttä hatte die große Gelegenheit zur Führung und scheiterte am 18-jährigen Jakub Zielinski, der wegen der Verletzung von Neuzugang Timon Wellenreuther im Tor stand und sein Pflichtspieldebüt gab. Offensiv kam vom VfL fast nichts mehr. Robert Glatzel, für Millionen vom Hamburger SV geholt, fand nie Bindung zum Spiel.
„Es waren gute, aber auch nicht so gute Phasen dabei”, sagte Trainer-Debütant Tobias Strobl bei Sky. Der 38-Jährige, im Sommer vom Drittligisten SC Verl gekommen, hatte Dominanz eingefordert. Sichtbar wurde sie nicht. Sein Gegenüber Torsten Lieberknecht sah seine Elf bei der Qualität der Torchancen laut Sportschau-Interview sogar „näher am Sieg”.
Das Personal ist da. Rund acht Millionen Euro flossen allein für Reese von Hertha BSC, dazu kamen Glatzel, Damar, Fraser Hornby und Hauke Wahl. Der erste Spieltag hat trotzdem gezeigt, was Wolfsburg in dieser Liga erwartet: 17 Gegner, für die das Duell mit dem VfL das Saisonhighlight ist. Am Sonntag geht es zu Hannover 96. Weniger Alibi, mehr Ertrag – sonst wird das Unternehmen Wiederaufstieg sehr lang.