Der Fall Dieperink ist einer der unangenehmsten der WM-Vorbereitung 2026 – und das nicht wegen dem, was passiert ist, sondern wegen dem, was nicht bewiesen werden konnte. Der niederländische Videoschiedsrichter wurde im April in London verhaftet, nachdem ein Vorwurf des sexuellen Übergriffs auf einen Minderjährigen erhoben wurde. Die FIFA reagierte sofort: Dieperink flog von der WM-Liste.
Die FIFA muss schnell handeln – das ist verständlich. Aber wenn Ermittlungen eingestellt werden und ein Mensch als unschuldig gilt, dann braucht es auch den Mut zur Korrektur. Bis heute fehlt dieser Mut.
Was wirklich passierte
Am 9. April soll sich der Vorfall ereignet haben. Polizei wurde gerufen, Dieperink wurde befragt, Videomaterial wurde gesichtet. Das Ergebnis: Die Ermittlungen wurden eingestellt – aus Mangel an Beweisen. Der niederländische Fußballverband KNVB stellte sich klar hinter seinen Schiedsrichter. Dieperink selbst sagte: “Es macht mich sehr traurig, dass ich zu Unrecht beschuldigt wurde.”
Trotzdem bleibt er von der WM ausgeschlossen. Die FIFA hat die Entscheidung nicht revidiert. Ein Freispruch durch die Justiz genügt dem Weltverband offenbar nicht.
Das Muster FIFA
Was der Fall Dieperink zeigt, ist symptomatisch für den Umgang der FIFA mit heiklen Themen: schnell handeln, laut kommunizieren, langsam korrigieren – oder gar nicht. Ob es um Ticketpreise geht, um Schiedsrichter oder um Verbandsfunktionäre: Die FIFA entscheidet oft nach Außenwirkung, nicht nach Gerechtigkeit.
Für Dieperink ist das WM-Turnier 2026 gelaufen. Sein Ruf ist beschädigt, obwohl er nichts getan hat. Das ist keine Entscheidung, auf die ein Weltverband stolz sein sollte.