Bremen holt keinen Torjäger in Bestform, Bremen holt einen Anführer mit Restrisiko. Ein Tor in 20 Mailand-Spielen ist eine Warnung, kein Detail. Wenn Thioune ihn körperlich durch die Hinrunde bringt, ist diese Leihe ein Geschäft. Wenn nicht, wird es teuer – emotional mehr noch als sportlich.

Füllkrug verzichtet auf Geld, Werder verzichtet auf die Kaufoption
Noch im Frühsommer galt der Deal als kaum finanzierbar. Füllkrugs Vertrag bei West Ham läuft bis 2028, sein Jahresgehalt liegt laut „Bild” bei rund 4,5 Millionen Euro netto. Zu viel für Bremen. Also gab der Stürmer nach – er verzichtet auf einen Teil seines Salärs, damit die Leihe überhaupt zustande kommt.
„Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht”, sagte Füllkrug über seine Verbindung zum Klub. Werder sei für ihn ein besonderer Verein, deshalb habe er wirtschaftliche Abstriche gemacht.
Die sportliche Bilanz der letzten zwei Jahre liest sich allerdings unangenehm. In England setzte er sich nie durch, im Januar 2026 ging er auf Leihbasis zur AC Mailand – und traf dort in 20 Spielen exakt einmal. Peter Niemeyer, Leiter Profifußball, wählte dafür die diplomatische Formulierung, die letzten beiden Jahre seien nicht wie erhofft verlaufen.
Ducksch jubelt – aber er jubelt aus Birmingham
Und dann war da noch dieser eine Name, der bei Werder-Fans automatisch mitschwingt. Marvin Ducksch. Von 2021 bis 2023 bildete er mit Füllkrug jenes Sturmduo, das sich selbst „hässliche Vögel” nannte und Werder 2022 zurück in die Bundesliga schoss.
Ducksch hat sich gemeldet. „Fülle und Bremen – das gehört einfach zusammen”, sagte der 32-Jährige der „Bild”. Nur: Er sagte es als Spieler von Birmingham City, wo er seit August 2025 unter Vertrag steht. Eine Reunion an der Weser gibt es nicht. Zumindest jetzt noch nicht.
Denn Ducksch soll seinen Klub laut BILD-Bericht Ende Juli über einen Wechselwunsch informiert haben, eine ablösefreie Freigabe stehe im Raum. Bestätigt hat das keiner der Vereine. Aber die Frage hängt jetzt im Raum, und in Bremen wird sie ziemlich sicher gestellt werden.
Erst einmal geht es für Füllkrug schlicht um Spielpraxis. Am Samstag, 15:30 Uhr, startet Werder im DFB-Pokal beim Fünftligisten Lüneburger SK Hansa in die Pflichtspielsaison – ausgetragen am Hamburger Millerntor. Ein Auftakt, bei dem ein Tor des Rückkehrers reichen würde, um die Weserstadt endgültig kippen zu lassen.