Als Guirassy für knapp 40 Millionen zu haben war, hat Barça nicht zugegriffen. Jetzt, ohne Klausel und ohne Budget, soll es plötzlich gehen? Diese Rechnung überzeugt mich nicht.

Álvarez ist der Wunsch, Guirassy die Rückversicherung
Die Meldung stammt von El Nacional und bezieht sich ihrerseits auf das Portal Culemanía. Demnach wollen Deco und Hansi Flick vor Fensterschluss noch mehrere Zugänge holen, mit klarer Priorität auf einem Mittelstürmer, der die Lücke von Robert Lewandowski schließt. Favorit ist Julián Álvarez. Erst dahinter folgen Vangelis Pavlidis, Dusan Vlahovic – und Guirassy.
Das ist keine belastbare Verhandlungsmeldung, sondern eine Kandidatenliste. Wer den Sommer verfolgt hat, weiß außerdem, dass Barcelona bei Stürmern seit Monaten Namen sammelt, ohne zu handeln.
Die 40-Millionen-Tür ist zu – und Barça hat schon eingekauft
Entscheidend ist ein Datum, das in der spanischen Berichterstattung fehlt. Guirassys Vertrag enthielt eine Ausstiegsklausel von knapp unter 40 Millionen Euro, gültig ausschließlich für sieben europäische Topklubs: Real Madrid, Barcelona, Manchester City, Liverpool, Chelsea, Manchester United und Arsenal. Kein einziger zog sie. Am 15. Juli lief sie aus.
Seitdem müsste auch Barcelona frei mit Borussia Dortmund verhandeln – über einen 30-Jährigen, der bis 2028 unter Vertrag steht und in 96 Pflichtspielen 60 Tore erzielt hat. Der BVB hat null Grund, unter Wert zu verkaufen.
Dazu kommt die Kassenlage. Barcelona hat im Juli bereits Karim Adeyemi aus Dortmund geholt, für 22 Millionen Euro fix plus neun Millionen an möglichen Boni. Der BVB sicherte sich dabei 35 Prozent an einem künftigen Weiterverkauf. Ein zweiter Dortmunder Zugang im selben Fenster, diesmal in einer deutlich höheren Preisklasse, wäre für die finanziell eingeschränkten Katalanen ein sportlicher wie buchhalterischer Kraftakt.
Und Guirassy selbst? Der stand am vergangenen Sonntag im Dortmunder Aufgebot für das Testspiel beim FC Arsenal, mit der Nummer 9 auf dem Rücken. Ein Wechsel im Sommer ist nicht ausgeschlossen, ein Angebot aus Katalonien liegt bislang aber nicht vor. Bis zum Ende des Transferfensters Anfang September bleibt die Personalie offen – vorerst mit deutlich mehr Fragezeichen als Substanz.