Zwei Millionen rein, dreißig Millionen raus
Salzburg hat den Spieler entwickelt, Leverkusen hat das Geld eingesammelt. Genau dafür existieren Rückkaufklauseln – nur dass sie diesmal eben gegen den Ausbildungsverein liefen.

Die Rechnung ist brutal. Im Juli 2025 verkaufte Bayer Leverkusen den damals 17-Jährigen für rund zwei Millionen Euro fest nach Salzburg. Im März zog die Werkself die vereinbarte Rückkaufklausel für kolportierte acht Millionen. Und Anfang August verkaufte sie ihn weiter nach Turin – für eine Basisablöse, die je nach Quelle bei 30 oder 33 Millionen liegt, mit Boni bis zu 35 beziehungsweise 40 Millionen.
Salzburg? Ging leer aus. Der Klub hat den Spieler ein Jahr lang aufgebaut, ihm 44 Pflichtspiele gegeben und ihn zum bosnischen Nationalspieler reifen lassen. Am Erlös war er nicht beteiligt.
Leverkusens Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes begründete den Verkauf mit der Konkurrenz im eigenen Kader, die auf Alajbegovićs bevorzugten Positionen sehr groß sei. Man habe realistisch bleiben müssen. Ehrlich formuliert – aber wer 13 bis 14 Tore und vier Vorlagen in einer Saison abgibt, hat auch andere Argumente gehört. Und die kamen mit einer Zahl davor.
Spalletti hat ihn sofort gebraucht
Bei Juventus ging es schnell. Alajbegović flog direkt mit auf die Asien- und Ozeanien-Tour und kam gegen Inter in Perth zur Halbzeit ins Spiel, gemeinsam mit Randal Kolo Muani. Beim 1:2 kreierte er eine Chance, kam zu einem Abschluss und stand einmal frei vor Josep Martínez. Luciano Spalletti sagte danach bei Sky, die beiden seien erst seit drei Tagen da – vielleicht habe er es mit einer kompletten Halbzeit übertrieben.
Drei Tage später stand der Bosnier gegen Palermo erstmals in der Startelf, im 4-2-3-1 zentral hinter Kolo Muani, mit Kenan Yıldız links und Francisco Conceição rechts. Ein Offensivquartett mit einem Altersschnitt, der in Turin lange undenkbar war.
Der Vergleich mit Yıldız drängt sich ohnehin auf. Beidfüßig, auf beiden Flügeln und im Zentrum einsetzbar, stark im Eins-gegen-eins. Bosniens Nationaltrainer Sergej Barbarez lobte in der Gazzetta die Technik und die Mentalität des 18-Jährigen, betonte aber auch: Geduld.
Die dürfte Juventus nur bedingt haben. Nach Platz sechs und dem Umweg Europa League beginnt für Spalletti am Sonntag, 23. August, in Frosinone die erste komplette Saison auf der Turiner Bank. Ob Alajbegović dort schon von Beginn an spielt, hat er offengelassen.