Wer glaubt, Red Bull stellt sich hier quer, hat das Geschäft nicht verstanden. Klopp als Bundestrainer ist auch für Fuschl die beste Werbung – und eine Exit-Klausel unterschreibt man nicht aus Versehen. Die eigentliche Frage ist nicht ob, sondern wann er unterschreibt.

Klopp zum DFB: Exit-Klausel im Red-Bull-Vertrag ebnet den Weg
Erst hieß es: kein Kommentar. Als Klopp bei seinem Experten-Job für MagentaTV auf das Bundestraineramt angesprochen wurde, wich er aus – nicht der Moment, nichts zu sagen. Klassisches Klopp-Pokerface. Mittlerweile klingt das anders. Der DFB bestätigte offiziell, dass Klopp die Wunschlösung ist und das Gespräch gesucht wird. Und der 59-Jährige hat dem Verband seine grundsätzliche Bereitschaft hinterlegt.
Der Haken: Klopp steht bis 2029 als Head of Global Soccer bei Red Bull unter Vertrag. Klingt nach Blockade – ist es aber offenbar nicht. Fabrizio Romano und weitere Medien berichten von einer spezifischen Ausstiegsklausel beziehungsweise einer internen Absprache, die Klopp den sofortigen Wechsel zum DFB ermöglicht. Sprich: Der Deal war womöglich von Anfang an so gebaut, dass die Nationalmannschaft jederzeit dazwischenfunken darf. Man ahnte in Fuschl wohl, wohin die Reise irgendwann geht.
WM-Debakel als Startschuss: Was auf Klopp beim DFB wartet
Nagelsmann geht, das Chaos bleibt. Das Elfmeter-Aus im Sechzehntelfinale gegen den Weltranglisten-41. Paraguay war kein Betriebsunfall, sondern der Endpunkt eines Turniers ohne Idee. Klopp würde keinen fertigen Kader übernehmen, sondern eine Baustelle – sportlich wie strukturell, denn mit Andreas Rettig verlässt zum Jahresende auch der Sport-Geschäftsführer den Verband.
Viel Zeit gibt es nicht. Am 24. September startet die Nations League in Amsterdam gegen die Niederlande, danach warten Griechenland, Serbien und erneut Griechenland binnen weniger Tage. Wer auch immer dann an der Linie steht, muss liefern. Und wenn es Klopp ist? Dann beginnt die vielleicht spannendste Ära, die der DFB seit Jahren zu bieten hatte. Vollgas-Fußball statt Konzeptpapier. Genau das, was diese Mannschaft braucht.