Die AS Rom ist mit einer Machtdemonstration in die neue Serie-A-Saison gestartet. Im Montagsspiel des ersten Spieltags fertigte die Mannschaft von Gian Piero Gasperini den AC Florenz im Stadio Olimpico mit 4:0 ab – und der Abend gehörte zwei Männern.
Donyell Malen erzielte einen lupenreinen Dreierpack, Paulo Dybala legte alle drei Treffer auf. Niccolò Pisilli setzte in der 86. Minute den Schlusspunkt. Für Fabio Grossos Fiorentina war es ein Auftakt zum Vergessen.
Wenn ein Neuzugang im ersten Pflichtspiel dreifach trifft und der Spielmacher dreifach auflegt, muss man bei den Torschützenmärkten sofort umdenken. Solche Kombinationen preisen die Buchmacher erst nach ein paar Wochen richtig ein.

Malen trifft dreimal – und Dybala legt jedes Mal auf
Malen eröffnete in der 27. Minute, legte in der 52. nach und stellte in der 60. Minute auf 3:0. Drei Tore, drei Vorlagen von Dybala – eine Konstellation, die man in einem Ligaspiel selten sieht. Der Argentinier war an diesem Abend der Regisseur im klassischen Sinn: keine Alleingänge, sondern der letzte Pass, immer im richtigen Moment.
Malen war im Sommer von Aston Villa nach Rom gewechselt, die Ablöse lag laut englischen Angaben bei rund 21,6 Millionen Pfund. Es war sein erster Serie-A-Auftritt im Trikot der Giallorossi. Ein besseres Bewerbungsschreiben lässt sich kaum schreiben. Die italienischen Zeitungen bewerteten seine Leistung entsprechend: Il Messaggero vergab die Note 8,5 für Malen und eine 8 für Dybala.
Pisilli sorgte kurz vor Schluss für das 4:0 und damit für ein Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse an diesem Abend korrekt abbildet.
Für Malen ist dieser Abend auch persönlich bedeutsam. Der Niederländer hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit dem Vorwurf zu kämpfen, in entscheidenden Momenten zu selten aufzutauchen. Drei Treffer im ersten Ligaspiel für einen neuen Klub sind die direkteste Form, diesen Vorwurf zu entkräften.
Die Zahlen bestätigen das Bild
Ein 4:0 kann ein Zufallsprodukt sein. Dieses hier war es nicht. Roma kam auf 61 Prozent Ballbesitz und 17 Torschüsse gegenüber neun der Gäste. Noch deutlicher wird es bei den erwarteten Toren: 2,77 zu 0,28 laut Sofascore. Florenz kam über die gesamte Spielzeit praktisch zu keiner echten Chance.
Gasperini hat seiner Mannschaft offensichtlich in kurzer Zeit eine klare Handschrift verpasst. Die hohe Ballbesitzquote allein sagt bei ihm wenig aus – entscheidend ist, dass daraus tatsächlich Abschlüsse entstanden und die Räume für Dybala im Zwischenraum konsequent bespielt wurden.
Auf der Gegenseite steht Grosso nach 90 Minuten mit deutlich mehr Fragen als Antworten da. Eine Defensive, die drei Treffer desselben Angreifers zulässt und dabei jedes Mal denselben Vorlagengeber übersieht, hat ein strukturelles und kein individuelles Problem.
Bemerkenswert ist zudem, wie früh Gasperini die Partie entschied. Nach dem 2:0 in der 52. Minute brauchte Roma nur acht weitere Minuten bis zum 3:0. Solche Phasen sind typisch für Mannschaften, die im Umschaltspiel bereits eingespielt sind – zu Saisonbeginn ist das keine Selbstverständlichkeit.
Wettblick: Roma neu bewerten, Fiorentina nicht abschreiben
Parallel gewann Lazio am selben Abend mit 0:1 in Bologna, Torschütze war Davide Frattesi. Das römische Wochenende endete damit für beide Hauptstadtklubs mit drei Punkten – für die Stimmung in der Stadt ein seltener Gleichklang.
Aus Wettsicht ist vor allem Malen interessant. Torschützenquoten für Neuzugänge basieren zum Saisonstart naturgemäß auf Daten aus einer anderen Liga, und genau da entstehen Abweichungen. Nach einem Dreierpack werden die Kurse in den kommenden Wochen deutlich kürzer ausfallen – wer früh auf ihn setzen wollte, hat den besten Moment bereits verpasst. Spannender bleiben Kombinationen mit Dybala als Assistgeber, ein Markt, den viele Anbieter erst spät und ungenau bepreisen.
Bei Fiorentina gilt die umgekehrte Vorsicht. Ein 0:4 zum Auftakt verzerrt die Wahrnehmung stärker, als es die tatsächliche Kaderqualität rechtfertigt. Wer nach dieser Vorstellung reflexartig gegen Florenz spielt, wettet in den nächsten Wochen möglicherweise gegen künstlich verschobene Kurse. Ein einzelnes Spiel gegen einen entfesselten Gegner ist noch keine Saisonprognose.