51 Millionen bezahlt, 25 erhofft. Bayern schreibt bei Palhinha die Hälfte ab und ist trotzdem in der schwächeren Verhandlungsposition – weil jeder weiß, dass sie ihn loswerden müssen.

Bayern will verkaufen, Villa will erst mal leihen
Damián Vidagany, bei Aston Villa für die sportlichen Abläufe zuständig, wurde nach dem Testspiel gegen die Bayern in Hongkong deutlich. Man brauche einen Mittelfeldspieler, weil Amadou Onana die gesamte Saison ausfalle, und Palhinha passe in die Pläne. Im selben Atemzug bremste er: Gespräche ja, Einigung nein.
Genau da hakt es. Der FC Bayern will einen festen Verkauf, um das Kapitel endgültig abzuschließen. Villa hätte lieber eine Leihe mit anschließender Option. Berichten zufolge müssten die Engländer bei diesem Modell eine Kaufoption von rund 30 Millionen Euro akzeptieren, damit München überhaupt mitgeht.
Die Zahlen erklären die Sturheit. 2024 überwies Bayern rund 51 Millionen Euro an den FC Fulham. Erhofft werden jetzt etwa 25. Ein Verkauf zum halben Preis ist bitter – eine Leihe ohne Abnahmegarantie wäre schlimmer, weil Palhinha dann in einem Jahr wieder vor der Tür stünde.
Ein Spieler ohne Kaderplatz und ohne Bundesliga-Perspektive
Wie eindeutig die Lage ist, zeigt ein Detail: Auf der offiziellen Vereinswebsite taucht der Portugiese nicht einmal mehr im Kader der ersten Mannschaft auf. Zusammen mit Bryan Zaragoza und Sacha Boey bildet er das Trio, das vor Transferschluss gehen soll.
Sportlich hat Palhinha in München nie Fuß gefasst. 17 Bundesliga-Einsätze in der Saison 2024/25, danach die Leihe zu Tottenham, wo er zum Stammpersonal zählte. Sein Vertrag an der Säbener Straße läuft noch bis 2028. Unter Vincent Kompany stehen mit Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlović, Konrad Laimer und Tom Bischof genug Alternativen bereit.
Für Villa sprechen mehrere Argumente. Der Klub spielt in der Champions League, Trainer Unai Emery soll dem 31-Jährigen bereits fest zugesagt haben, und nach dem Wechsel von Youri Tielemans zu Manchester United ist im Zentrum eine Stelle frei. Eine Rückkehr zu Benfica wäre laut Berichten mit spürbaren Gehaltseinbußen verbunden, was die Premier League attraktiver macht. Newcastle wird ebenfalls genannt.
Am 1. September schließt das deutsche Transferfenster. Bis dahin muss Max Eberl entweder seinen Preis durchsetzen oder ihn senken – lange kann er nicht mehr pokern.