Tottenham zahlt 85 Millionen für Potenzial. Bei sieben Startelfeinsätzen in der vergangenen Premier-League-Saison ist das ein sportliches Wagnis – kein Selbstläufer.

Savinho zu Tottenham: 85 Millionen für sieben Startelfeinsätze
Laut Sky Sports überweisen die Spurs zunächst 75 Millionen Pfund, zehn weitere Millionen hängen an Boni. Rund fünf davon gelten als praktisch sicher. Unterm Strich kassiert City also mindestens 80 Millionen – mehr als je zuvor für einen abgegebenen Spieler.
Der Medizincheck war für Freitagnachmittag terminiert. Und die Uhr lief: Bis zwölf Uhr mittags musste der 22-Jährige registriert sein, um am Samstag gegen Brentford überhaupt im Kader stehen zu dürfen.
Die Zahlen dahinter sind bemerkenswert. Savinho kam vergangene Saison auf 24 Premier-League-Einsätze, nur sieben davon von Beginn an. Ein Tor. Zwei Vorlagen. Für rund 31 Millionen Pfund war er 2024 von Troyes gekommen, im Herbst 2025 verlängerte er bis 2031. Wer aus dieser Bilanz eine Ablöse von 85 Millionen ableitet, kauft ausschließlich die Idee vom Spieler, nicht seine Ausbeute.
Warum City verkauft – und warum es kein Spurs-Rekord ist
Bei City läuft der größte Umbruch seit einem Jahrzehnt. Pep Guardiola hat im Mai aufgehört, Enzo Maresca übernahm Ende Juni. Rodri ist weg, John Stones ist weg, Bernardo Silva ist weg. Elliot Anderson kam für 116 Millionen Pfund. In dieser Gemengelage war Savinho im Community Shield gegen Arsenal (0:3) nicht einmal im Aufgebot – deutlicher lässt sich eine Personalie kaum kommunizieren. Parallel verhandeln beide Klubs weiter über Omar Marmoush.
Eine Klarstellung noch, weil sie durch halb Fußball-Twitter geistert: Ein Vereinsrekord ist das für Tottenham nicht. Sandro Tonali kostete diesen Sommer rund 92,5 Millionen Pfund. Savinho wäre der dritte Spurs-Zugang in diesem Fenster jenseits der 85-Millionen-Marke. Vor dem Sommer lag der Klubrekord bei 65 Millionen für Dominic Solanke.
Bemerkenswert bleibt es trotzdem. Tottenham hat sich am letzten Spieltag der Vorsaison als 17. gerettet, spielt in dieser Saison in keinem Europapokal – und gibt Geld aus, als ginge es um die Champions League.
Am Samstag um 17:30 Uhr im Gtech Community Stadium bekommt Roberto De Zerbi die erste Antwort darauf, ob sich das trägt.