Die FIFA hat den USA ihren besten Stürmer geschenkt – und Belgien hat ihnen trotzdem die Grenzen aufgezeigt. Wer Hilfe von ganz oben braucht und dann so auftritt, hat im Viertelfinale schlicht nichts verloren.

FIFA-Gnade für Balogun – und dann das
Die Vorgeschichte war ein Politikum. Balogun sah gegen Bosnien Rot, war fürs Achtelfinale gesperrt – eigentlich. Dann setzte die FIFA-Disziplinarkommission die Sperre plötzlich zur Bewährung aus. Ausgerechnet nachdem Donald Trump zugegeben hatte, eine “Überprüfung” erbeten zu haben. Belgien legte Beschwerde ein, scheiterte, und Trainer Rudi Garcia machte daraus eine Mission: Man verteidige in Seattle nicht den Verband, sondern “den Fußball mit seiner Ethik und Integrität”.
Und Balogun? Hing 90 Minuten in der Luft. Ein herausgeholter Freistoß vor dem Ausgleich durch Malik Tillman (31.), ein kläglicher Abschluss an Courtois (82.). Das war’s. So viel Wirbel für so wenig Ertrag – das muss man erstmal schaffen.
De Ketelaere zerlegt die US-Abwehr im Alleingang
Auf dem Platz war die Sache schnell erledigt. Charles De Ketelaere traf doppelt (9., 33.), die US-Defensive verteilte Geschenke wie an Weihnachten. Keeper Matt Freese vertändelte den Ball weit vor dem eigenen Strafraum, Hans Vanaken sagte danke und traf ins leere Tor (57.). Kurz vor Schluss schenkte Chris Richards die Kugel her, Romelu Lukaku machte den Deckel drauf (90.+3).
Pochettino trat an der Seitenlinie frustriert gegen einen Getränketräger. Passendes Bild für einen Abend, an dem beim Gastgeber nichts zusammenlief. Nach Kanada und Mexiko ist damit auch der dritte Co-Gastgeber im Achtelfinale raus – die Heim-WM der Nordamerikaner endet als kollektive Blamage.
Belgien dagegen? Ohne De Bruyne und Doku in der Startelf, trotzdem eiskalt und abgezockt. Am Freitag wartet in Los Angeles Europameister Spanien. Und wer die Roten Teufel gegen die USA gesehen hat, weiß: Die sind bei dieser WM noch lange nicht fertig.