Die WM 2026 findet in den USA, Kanada und Mexiko statt. Das klingt großartig. Drei Länder, 16 Stadien, 48 Mannschaften. Das größte Turnier der Geschichte. Und das teuerste – nicht für die FIFA, für die wird es das profitabelste. Teuer für die Fans, die eigentlich der Grund sind, warum das alles existiert.
Premium-Ticket, Platz hinter dem Tor. 150 Dollar Zugfahrt. 15.000 Dollar Visum-Kaution. Die FIFA hat die WM nicht für Fans gebaut – die haben sie als Zielgruppe irgendwo zwischen den Sponsoren-Meetings vergessen.

Premium-Ticket, Platz hinter dem Tor
Californiens Generalstaatsanwalt hat einen Brief an die FIFA geschickt. Das passiert nicht oft. Der Inhalt: Fans, die Premium-Tickets gekauft hatten – also die teuren, die guten – fanden sich hinter den Toren wieder. Ecken. Kurven. Die schlechtesten Plätze im Stadion. Für Premium-Preise.
Das ist kein Versehen. Das ist Verkaufsstrategie. Die FIFA hat mehr Tickets als gute Plätze. Also werden schlechte Plätze als “Premium” vermarktet. Der Generalstaatsanwalt will Erklärungen. Die FIFA wird Erklärungen liefern. Und nichts wird sich ändern.
150 Dollar Zugfahrt: Die Infrastruktur als Zusatzticket
Die WM 2026 erstreckt sich über drei Länder und 16 Städte. Fans reisen viel. Und Reisen kostet. In den USA kosten Zugtickets zwischen WM-Städten bis zu 150 Dollar pro Strecke. Dazu kommen Flüge, Hotels, Tagestickets. Wer die WM 2026 als Fan wirklich erleben will, rechnet schnell mit einem Budget im fünfstelligen Bereich.
15.000 Dollar Visum-Kaution: Fan-Ausschluss auf Umwegen
Fans aus Algerien, Kapverde, Elfenbeinküste, Senegal und Tunesien müssen eine Visum-Kaution von 15.000 Dollar hinterlegen, um in die USA einzureisen. Pro Person. Das ist amerikanische Einwanderungspolitik, die die FIFA nicht ändern kann – aber laut dagegen sein könnte. Das ist sie bisher nicht. Stattdessen gibt es Ausnahmen für Spieler und Offizielle. Die Fans aus den betroffenen Ländern schauen zu Hause.
Was die WM 2026 über den modernen Fußball aussagt
Der Fußball wächst. Die Einnahmen steigen. Die Turniere werden größer. Und die Fans zahlen mehr und bekommen weniger. Das Turnier wird trotzdem stattfinden. Die Stadien werden voll sein. Die Spiele werden großartig sein. Fußball ist größer als seine Verwaltung.
Aber die Verwaltung hat einen Job: dafür zu sorgen, dass der Fan, der den ganzen Zirkus finanziert, auch dabei sein kann. Diesen Job macht sie schlecht. Und niemand hält sie zur Rechenschaft. Außer vielleicht Californiens Generalstaatsanwalt. Man fängt irgendwo an.