Home » News » WM 2026: Visa-Chaos und ICE-Skandal vor dem Anpfiff

WM 2026: Visa-Sperren, Filz-Aktionen und ICE-Alarm – das Turnier der Skandale

Dennis Buchbauer
Offenlegung
Wir verwenden Affiliate-Links in unseren Inhalten. Wenn Sie auf diese Links klicken, erhalten wir möglicherweise eine Provision - ohne zusätzliche Kosten für Sie. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen und unserer Datenschutzrichtlinie einverstanden.
Die WM 2026 hat noch nicht einmal begonnen – und sie ist bereits ein politisches Schlachtfeld. Schiedsrichter abgewiesen, Nationalmannschaften auf dem Rollfeld gefilzt, Gewerkschaften mit Streik. Willkommen in den USA.

Ich habe viele WM-Turniere begleitet – aber dass ein Schiedsrichter mit gültigem Visum am Flughafen abgewiesen wird und ein Nationalteam über die mexikanische Grenze pendeln muss, um an einem Turnier teilzunehmen, das die USA selbst ausrichten: Das ist kein Chaos mehr. Das ist ein Statement.

Sportwettenexperte & Autor
Dennis Buchbauer

Visa verweigert, Würde beschädigt: Die WM 2026 scheitert am Einreisechaos

Omar Artan sollte Geschichte schreiben. Der somalische Schiedsrichter wäre der erste seiner Nationalität gewesen, der eine WM-Partie leitet. Stattdessen wurde er am Flughafen Miami trotz gültigem Visum von US-Grenzschutzbehörden als „unzulässig” eingestuft und zurück nach Istanbul geschickt. Die Begründung: vage „Überprüfungsbedenken”. Die FIFA reagierte mit einem Schulterzucken – man habe keinen Einfluss auf die souveränen Einreiseentscheidungen der Gastgeberländer. Stimmt. Ändert aber nichts daran, dass das Turnier mit einer beschämenden Geste gegenüber dem afrikanischen Fußball beginnt.

Artan ist kein Einzelfall. Er ist das Gesicht eines systemischen Problems.

Der Iran verlegte sein gesamtes Trainingscamp nach Tijuana, Mexiko – weil mindestens 15 Betreuer und Verbandsfunktionäre keine US-Visa bekamen. Das Team muss nun an Spieltagen die Grenze überqueren, in Los Angeles oder Seattle spielen und noch am selben Abend wieder ausreisen. Regeneration? Vorbereitung? Routinen? Alles dem Einwanderungsrecht geopfert. Und das ist kein bürokratischer Unfall – das ist das Ergebnis einer politischen Haltung, die sich um die Konsequenzen für den Sport schlicht nicht schert. Wer glaubt, das sei sportlich fair, hat vermutlich noch nie eine Mannschaft auf einem Turnierniveau begleitet.

Gepäckfilzung statt rotem Teppich: Stars im Visier der US-Sicherheitsbehörden

Was auf den Rollfeldern der US-Flughäfen in den vergangenen Tagen passierte, war kein diplomatischer Empfang. Es war eine Razzia. Videos zeigen, wie die usbekische Nationalmannschaft direkt nach der Landung einer intensiven Kontrolle unterzogen wurde – Gepäck auf dem Asphalt, Spürhunde, Uniformierte. Betroffen: auch Fabio Cannavaro, Weltmeister 2006 und aktueller Co-Trainer Usbekistans, dessen Koffer im Detail durchsucht wurde.

Belgien. Kevin De Bruyne. Einer der besten Mittelfeldspieler seiner Generation. Auch er musste sich Passkontrolle und Gepäckdurchsuchung unterziehen, ebenso seine Teamkollegen. Ex-Profi Steven Gerrard brachte es auf den Punkt: Das Turnier entwickle sich bereits vor dem ersten Ballkontakt zu einem organisatorischen Desaster. Schwer zu widersprechen.

Der irakische Fotograf Talal Salah wurde nach einer Handydurchsuchung abgewiesen. Stürmer Aymen Hussein verbrachte sieben Stunden in einem Verhörraum in Chicago. Journalisten, Funktionäre, Spieler – niemand scheint immun gegen das, was die US-Grenzschutzbehörde CBP gerade praktiziert. Und je länger die Liste wird, desto schwerer fällt es, das noch als übereifrige Einzelbeamte abzutun. Das hat System.

Man muss sich das kurz vorstellen: Die USA richten die größte Fußball-WM aller Zeiten aus – erstmals mit 48 Teams, erstmals mit drei Gastgeberländern – und behandeln Teile der eingeladenen Welt wie potenzielle Bedrohungen. Das ist nicht Sicherheit. Das ist Misstrauen als Staatsakt.

ICE im Stadion, Streik in der Küche: Der Widerstand wächst von innen

Dazu kommt die Rolle der Einwanderungsbehörde ICE. Die Ankündigung, im Umfeld der Stadien aktiv zu operieren, hat sofort für Gegenwind gesorgt. Die ACLU und über 120 zivilgesellschaftliche Organisationen veröffentlichten eine offizielle Reisewarnung – für Fans, Journalisten, ausländische Besucher. Das Risiko willkürlicher Festnahmen sei real. In Los Angeles drohte die Gewerkschaft UNITE HERE Local 11, die rund 2.000 Gastro- und Servicemitarbeiter im SoFi Stadium vertritt, mit einem kompletten Boykott der Verpflegung – sollten ICE-Agenten auf dem Stadiongelände auftauchen. Eine Einigung über Löhne wurde erzielt. Die Drohung bleibt bestehen. Die Kampagne „No Ice in the Cup” hängt in fast allen Spielorten als Plakat.

Dass sich Künstler, Gewerkschaften und Bürgerrechtsorganisationen gleichzeitig gegen dasselbe Turnier formieren – das ist kein Zufall. Der Widerstand kommt aus der Mitte der Gesellschaft, nicht vom Rand. Und er richtet sich nicht gegen Fußball. Er richtet sich gegen den Rahmen, den die US-Administration diesem Turnier verpasst hat.

Wir reden hier nicht über Randnotizen. Wir reden über ein Turnier, das unter dem Slogan des globalen Fußballfestes antritt – und bei dem sich ein Gastgeberland die Frage stellen muss, ob es seine eigenen Gäste willkommen heißt oder kontrolliert. Die Antwort ist gerade ziemlich eindeutig.

Der Ball rollt noch nicht. Das Bild ist bereits gezeichnet.

Dennis Buchbauer

Hi, ich bin Dennis – Experte für Predictive Analytics und Sportwetten. Seit über 10 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und der Frage, wie sich Daten in fundierte Vorhersagen verwandeln lassen. Auf Wette.de bin ich für die Testberichte sowie die Sportwetten-Strategien zuständig. Jeden Wettanbieter teste ich aus echter Spielersicht – ich schaue mir nicht nur die Webseite an, sondern wette tatsächlich selbst. Mein Hintergrund in Consumer Behavior Prediction und Event Forecasting fließt dabei direkt in meine Analysen und Wetttipps ein.