Es ist der wohl schnellste Trainer-Rauswurf der WM-Geschichte: Nur einen Spieltag nach dem Auftakt hat Tunesien Nationaltrainer Sabri Lamouchi entlassen. Auslöser war die desolate 1:5-Pleite zum Turnierstart gegen Schweden. Auf einer Dringlichkeitssitzung zog die Verbandsspitze die Reißleine – mitten im laufenden Turnier.
Ein Spiel. EIN einziges Spiel. Tunesien kassiert ein 1:5 gegen Schweden – kein Weltklasse-Gegner, sondern ein Team, das sich über die Play-offs ins Turnier gezittert hat – und der Verband dreht komplett durch. Zwei Wochen vorher gab es ein 0:5 gegen Belgien, da hat keiner hingeschaut. Jetzt, nach 90 Minuten WM, fliegt der Trainer. Das ist keine Analyse, das ist Panik in Reinform. Wer glaubt, dass ein neuer Mann in 72 Stunden aus einer verängstigten Truppe eine Turniermannschaft formt, hat vom Fußball ungefähr so viel Ahnung wie ich vom Eiskunstlauf.

Was passiert ist: 1:5, Krisensitzung, Rauswurf
Den ersten Bericht über die Trennung lieferte der Investigativ-Journalist Romain Molina, im Laufe des Tages bestätigte der tunesische Verband die Entscheidung offiziell. Lamouchi hatte die Nordafrikaner erst im Januar 2026 nach dem Afrika-Cup übernommen. Seine Bilanz an der Seitenlinie: in fünf Partien nur ein einziger Sieg.
Dass etwas nicht stimmte, hatte sich bereits in der Vorbereitung angedeutet, als es eine 0:5-Niederlage gegen Belgien setzte. Hinzu kamen Berichte über Unruhe in der Kabine. Mit dem 1:5 gegen Schweden – einen Gegner, der sich erst über die europäischen Play-offs für die WM qualifiziert hatte – war das Maß offenbar voll. Damit dürfte Lamouchi als erster Trainer in die WM-Geschichte eingehen, der bereits nach einem einzigen Turnierspiel entlassen wurde.
Mondher Kebaier übernimmt – ein alter Bekannter
Ganz ohne Anleitung steht die Mannschaft für die verbleibenden Gruppenspiele gegen Japan und die Niederlande nicht da. Interimistisch übernimmt Mondher Kebaier. Der 56-Jährige trainierte Tunesien bereits von 2019 bis 2022 und reiste als Technischer Direktor des Verbands ohnehin mit dem Team nach Nordamerika. In einzelnen Berichten wurde zudem der frühere Stürmerstar Wahbi Khazri als mögliche Interimslösung genannt.
Und sportlich? Tunesien war vor dem Turnier mit einer 10,00 auf den Gruppensieg sowieso das Schlusslicht der Gruppe F. Jetzt kommt nach einem 1:5 auch noch ein Trainerchaos obendrauf – und als Nächstes warten Japan und die Niederlande. Viel Spaß dabei. Die einzige Wette, die hier noch Sinn ergibt, ist die gegen Tunesien, nicht auf sie. Ein Verband, der nach 90 Minuten die Nerven verliert, hat das Turnier im Kopf längst beendet. Der Rest ist Schadensbegrenzung.

Was das für Tunesiens WM bedeutet
Sportlich ist die Ausgangslage düster. Tunesien liegt nach dem 1:5 am Tabellenende der Gruppe F, in der die Niederlande und Japan als Favoriten gelten und Schweden um Platz drei mitspielt. Der Sprung über die Vorrunde hinaus wäre für die Nordafrikaner ohnehin historisch: In sieben WM-Teilnahmen – die aktuelle ist die dritte in Folge – kamen sie noch nie über die Gruppenphase hinaus.
Ein Trainerwechsel mitten im Turnier ist für Tunesien dabei nicht neu. Schon bei der WM 1998 in Frankreich trennte sich der Verband während der Gruppenphase von Henryk Kasperczak. Ein neuer Name auf dem Trainerzettel hat damals nichts mehr gerettet – auch 1998 war nach der Vorrunde Schluss.
WM 2026 Gruppe F: Quoten im Überblick
Schon vor dem Turnier sahen die Buchmacher Tunesien als klares Schlusslicht der Gruppe F:
| Gruppe F – Gruppensieger | Quote |
|---|---|
| 🇳🇱 Niederlande | 1,70 |
| 🇯🇵 Japan | 4,00 |
| 🇸🇪 Schweden | 5,50 |
| 🇹🇳 Tunesien | 10,00 |
Nach dem 1:5 zum Auftakt und dem Trainerchaos ist die ohnehin geringe Hoffnung auf ein Weiterkommen weiter gesunken. Die tagesaktuellen Quoten auf die Gruppe F und den WM-Sieger gibt es laufend angepasst beim Buchmacher.
Fazit: Panik statt Plan
Ein 1:5 ist eine Klatsche – aber einen Trainer nach 90 Minuten Turnier zu feuern, ist der Offenbarungseid eines Verbandes, der die Probleme lange vor der WM hätte erkennen müssen. Das 0:5 gegen Belgien war die Warnung, die niemand hören wollte. Für Tunesien geht es jetzt nur noch um Schadensbegrenzung gegen Japan und die Niederlande. Wer die WM 2026 verfolgt und auf die kommenden Spiele wetten will, findet im WM-Wetten Anbietervergleich die besten Buchmacher und aktuellen Quoten.
