Liverpool zahlt, damit Slot Oranje trainieren darf – klingt verrückt, ist aber eiskalt gerechnet. Der Klub spart sich einen dicken Teil der Abfindung. An der Anfield Road nennt man so etwas Win-win.

Liverpool zahlt Slots Gehalt weiter – und spart dabei sogar Geld
Die Zahlen erklären alles. Slot verdiente in Liverpool dem Vernehmen nach acht bis neun Millionen Euro pro Jahr. Ronald Koeman bekam als Bondscoach rund drei Millionen. Diese Lücke kann der KNVB unmöglich schließen – und genau hier wird der Deal skurril. Liverpool zahlt die Differenz. Freiwillig.
Ganz uneigennützig ist das nicht. Slot hat nach seiner Entlassung Ende Mai weiter Anspruch auf eine millionenschwere Abfindung. Übernimmt der KNVB einen Teil des Gehalts, muss Liverpool nur noch aufstocken statt voll durchzuzahlen. Der Klub spart, Slot verzichtet auf nichts, Oranje bekommt einen Meistertrainer zum Discount-Tarif. Drei Gewinner, null Verlierer. Wann gibt es das im Fußball schon?
Dass die Reds überhaupt mitspielen, liegt laut Klubkreisen auch an Slots Abgang: Der Niederländer soll sich nach dem Rauswurf tadellos verhalten haben. Man gönnt ihm das neue Kapitel.
KNVB unter Zeitdruck: Am 24. September wartet Deutschland
Die Eile hat einen Grund. Koeman trat nach dem blamablen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Marokko zurück – Elfmeterschießen, Endstation, Rücktritt am Tag danach. Seitdem sucht Sportdirektor Nigel de Jong einen Nachfolger. Und die Uhr tickt: Am 24. September startet Oranje in die Nations League. Gegner? Ausgerechnet Deutschland.
Slot bringt alles mit, was der Job verlangt. Meister mit Feyenoord 2023, Premier-League-Titel mit Liverpool 2025, dazu die niederländische Fußball-DNA. Dass sein zweites Jahr an der Anfield Road schiefging, ändert daran wenig. Klopp-Nachfolger zu sein war noch nie ein Wohlfühljob.
Offiziell ist noch nichts. Aber wenn De Telegraaf und halb Fußball-Holland den Deal bereits durchwinken, spricht wenig für eine Wende in letzter Sekunde. Oranje hat seinen Mann – bezahlt von Liverpool.